OBSCURE INFINITY - Perpetual Descending Into Nothingness


Es ist wirklich erstaunlich, welche Bands, von denen man vorher nur bedingt gehört hat, plötzlich ins Rampenlicht vorstoßen. Im Falle von deutschen Death Metal Bands sicherlich auch ein Verdienst der momentan wohl relevantesten Todesblei Firma FDA Rekotz, welche Bands wie den hier vorliegenden Obscure Infinty die ideale Fläche bieten, ihre tödlichen Inspirationen musikalisch zu verbreiten.

Obscure Infinty aus dem Westerwald legen mit dem bereits dritten Vollzeitalbum, „Perpetual Descending Into Nothingness“, die Meßlatte verdammt hoch und stehen den vor kurzem veröffentlichten Werken von Chapel of Disease oder Arroganz in nichts nach.  

Bereits das 1 ½ minütige, epische Intro „Entering the Hall of Eternity“ lässt durchscheinen, daß man es hier mit einer technisch anspruchsvollen Kapelle zu tun hat. Es folgt mit „Sorcery of the Black Souls“ ein Blastpart-Brett erster Güte. Die Band besinnt sich auf die glorreiche 90er Jahre Anfangszeit, als Bands wie Grave, Asphyx oder auch Unleashed die hiesige Szene aufmischten. Die Growls von Jules kommen aus tiefsten Untiefen und die Gitarristen Stefan und Sascha lassen die Saiten kompetent und teilweise hochmelodisch (jawoll !) kreisen. Somit haben wir es mit einer technisch versierten Death-Metal Abfahrt mit melodischen Zwischenparts zu tun, welche durch Patrick W. Engel soundtechnisch adäquat umgesetzt wurde und wuchtig durch die Zimmerdecke rast.

Daß man aber auch richtig fies losbrettern kann, zeigt das folgende „Expiration of the Lost“. Teilweise wird ein Breakdown eingebaut, um die Geschwindigkeit zu verschleppen, dann wieder drauflosgescheppert, daß es eine wahre Freude ist. Auch leicht angeschwärzte Parts sind ab und an zu vernehmen. Trotz aller Härte ein abwechslungsreicher Ohrenschmaus. In eine ähnliche Kerbe schlägt auch „The Uttermost Descend“.

An Höhepunkten ist das Album nicht arm, herausstechen aber vor allem „A Forlorn Wanderer“, welches knüppelhart beginnt, und dann urplötzlich die Bremse reinhaut, um mit Akkustik-Klampfe, Clean-Kirchengesang und Prediger-Spoken Words zu überraschen, und das abschließende, fast 8 Minuten lange „Beyond Spheres and Time“. Hier werden alle technischen Vorzüge von Obscure Infinity nochmals zusammengefasst und urplötzlich harsches Geballer abrupt beendet , kurz die Akkustische ausgepackt ,nur um danach noch derber zu Werke zu gehen. Das melodische Gitarrensolo ist dann einfach nur noch göttlich. Und das beinahe epische Ende liefert den perfekten Abschluß zu einem herausragenden Death Album.

Obscure Infinity beherrschen es perfekt, tödliches Geballer der Schwedenschule mit melodischen Elementen zu verbinden. Daraus resultiert ein abwechslungsreichsreiches, einladendes Album, welches keinerlei Konkurrenz zu scheuen braucht. Im Gegenteil, die Konkurrenz sollte sich auf der Überholspur mal umsehen, ob da nicht gewaltig jemand an ihnen vorbeirauscht.  

Schwedentod aus deutschen Landen. Klingt obskur ? Ist es aber nicht... 


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