PARADOX - Pangea

Es gibt noch viele unerklärte Rätsel in dieser Welt. Eines davon ist sicherlich, warum eine Band wie Paradox, die mit ihrem 7. Studioalbum „Pangea“ soeben erneut einen wahren Hammer abgeliefert haben, nicht schon längst an der Spitze der deutschen Speed/-Thrash-Szene steht.

Die Würzburger sind schon seit Ewigkeiten aktiv und hatten Ende der 80er mit „Product of Imagination“ und „Heresy“ zwei wahre Perlen im Gepäck, die man auch heute noch immer wieder gerne auflegt. Da das Debut mittlerweile 30 Jahre zurückliegt, hat man als besonderes Schmankerl bei „Pangea“ das Original-LineUp als Background-Sänger versammelt. Mit „man“ meine ich Charly Steinhauer, den Mainman der Franken, der trotz vieler (auch gesundheitlicher) Rückschläge immer wieder solch tolle Alben, wie das neue „Pangea“ raushaut. Produziert hat er dann auch noch selbst....ein wahres Talent der Mann !  

Und das Eröffnungstrio ist dann das Beste, was man seit vielen Jahren im Speed-/Thrash-Bereich gehört hat.  Angefangen beim knalligen „Apohpis“, das trotz aller messerscharfer Riffs nie den Melodie-Faktor aus den Augen verliert und mit klugem Refrain überzeugt. Ebenso das folgende „Raptor“. Musikalisch ähnlich, werden hier knallharte, aber total eingängige Riffs mit augeklügelten Gesangslinien gekoppelt, was den Songs trotz überwiegender Straightness ein intelligentes Songwriting bescheinigt. „The Raging Planet“ ergänzt dieses Terzett dann mit etwas düsterer Grundstimmung, aber dennoch tight, schnell und mit göttlichen Riffs gesegnet.  

Wer sich danach nach einer Verschnaufpause sehnt, wird vergeblich warten, denn mit „Ballot or Bullet“ servieren Paradox einen rasend schnellen Killer, der sich durch die Gehirnwindungen fräst und eine ob des Infernos völlig geplättet zurücklässt.

Und Charly, Gitarrist Gus Drax und Co lassen einfach nicht nach. „Manhunt“ heißt der nächste Brocken. Mit über 7 Minuten ein wahres Speed-Epos. Auffällig hier der prägnante, kurz und knappe Refrain. Schweißtreibende Angelegenheit. „Cheat & Pretend“ fährt dann etwas das Tempo herunter, bevor mit „Pangea“ der Titeltrack ansteht. Hier wird der Endzeitstimmung, die der Titel und auch das Albumcover zitieren (Pangea ist der letzte globale Subkontinent und Symbol des Anfangs vom Ende unsere Existenz), mit etwas schrägen und spacigen Klängen gefrönt . Weiterhin haut man ein Riff hinter das nächste und prescht in einem Tempo voran, daß mit der toll produzierten Wucht einfach nur fantastisch rüberkommt.

Und dann ist es doch soweit....mit „Vale of Tears“ kommt die Phase des Durchatmens. Atmosphärisch balladek beginnend sind Paradox aber trotzdem meilenweit von einer Ballade entfernt. Vielmehr ertönt der Song in melancholisch düsterer Grundstimmung, mit spannungsgeladenem Aufbau, wie man es etwa von Metal Church's „Gods of Wrath“ her kennt. Ein Slow-Tempo Monster mit epischen Zitaten.

Mit den beiden Abschlußtracks „Alien Godz“, welcher als einziger etwas uninspieriert durch die Gegend holzt und „El Muerte“ holen Paradox dann nochmal die Dampframme raus und pressen die letzten verbliebenen Energiereserven aus der bangenden Speed-Fan-Schar Paradox ist mit „Pangea“ ein Speed-Album der absoluten Spitzenklasse gelungen und viele Songs kann man sich als kommende Referenztitel vorstellen, wenn sie den Zahn der Zeit überleben. Bei der enormen Qualität dürfte dies eigentlich kein Problem sein.  

Paradox gehören einfach in die Spitzengruppe der Geschwindigkeits-Metaller mit Thrash-Beilage. Wann landen sie dann endlich dort?


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