PRECIPITATION - The Power Of...

Erst seit 2013 exisitieren die Babenhäuser Precipitation. Da in unserer Region recht häufig anzutreffen, ist man mit der Musik der Truppe zumindest auf dem Live Sektor einigermaßen vertraut. Auf ihrer Facebook Seite nennt die Band ihren Stil Post/Prog Melodeath, und ja...auch wenn dies erst einmal verwirrend klingt, so kommt das ungefähr hin.

Mit „The Power Of...“ haben die Jungs jetzt ein erstes Vollzeitalbum herausgebracht und das auch gleich auf dem nicht mehr ganz so unbekannten Sliptrick Records Label. Geboten werden 10 Songs, die in ihrer Grundwurzel dem Death Metal entspringen, aber durch zahllose Breaks arg durcheinandergerüttelt werden.

So wird gleich mit der Eröffnungs Nummer „Chaos Machine“ deutlich, daß es Precipitation dem Hörer nicht unbedingt leicht machen, in die Musik der Band hineinzufinden. Sänger Alex bringt neben soliden Growls auch ruhige Clean Vocals, die allerdings für meinen Geschmack zu sehr nach Alternative Bands klingen. Immer wieder werden knallharte Passagen durch Breaks unterbrochen, um entweder mit progressiveren Klängen, bluesigen Themen oder einfach balladesk dem Death-Gerüst zu entkommen.

Dadurch bleiben Songs wie „Unavoidable“, das 7-minütige „Dazzled“ oder „Hideout“ jederzeit spannend, da man nie vorhersehen kann, was die Band als nächstes einbaut. Leider fehlt für mich hier allerdings so etwas wie der rote Faden, der sich durch ein Album ziehen sollte. Viele Elemente wirken ab und an etwas zusammengewürfelt und nicht als Einheit, was durch musikalische Versiertheit gerade der beiden Gitarristen Till und Daniel aber glücklicherweise in der Regel kompensiert wird.  

Precipitation klingen in ihrem Schaffen sehr angenehm, trotz der Death Metal Vibes nie zu überhart, oder zu extrem kitschig, wenn man den Fuß vom Gas nimmt. Die einzelnen Songs können überzeugen, aber im Gesamtbild fehlt so ein wenig der ein oder andere Knalleffekt. Und damit meine ich auch den Sound, der mir teilweise zu dünn rüberkommt und mit mehr Punch auf den Drums sicherlich hätte mehr punkten können. Auch gehen zum Ende hin mit „Insane“ und „Last Breath“ etwas die Ideen flöten, aber wir haben es hier ja immerhin auch mit einem Debut zu tun und Verbesserungen sollte man einer solch jungen Band zugestehen.

Bleibt unterm Strich mit „The Power Of...“ ein interessantes, vielseitiges und partiell hochmelodisches Death Metal Album, dem der Feinschliff noch etwas fehlt. Daran darf man arbeiten und den durchaus richtig eingeschlagenen Weg gerne fortführen. 


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