PREMORTAL BREATH - They


Sollte ich eine Rock-/Metal-Band aus Mannheim nennen, mir würde auf Anhieb keine einfallen. Sicherlich im Nachhinein gibt es dann doch bestimmt die ein oder andere, wo man sagt: „Ach stimmt ja, die !!“. Aber Mannheim assoziiert man sicherlich nicht unbedingt mit Musik der härteren Gangart.

Das soll sich jetzt ändern. Mit Premortal Breath schickt sich eine relativ neue, junge Band an, ein Ausrufezeichen auf der Metal-Deutschlandkarte zu setzen. Nach Irrungen und Wirrungen im Bandgefüge scheint man nun eine feste Besetzung gefunden zu haben, um durchstarten zu können.  

Mit „They“ legt man das Debut-Album vor und schaut man sich das Artwork an (der Wasserfarben-Kasten of Hell war wohl am Werk !!), so wirkt dieses irgendwie unbekümmert thrashig (ok, manche werden sagen: Billig !).

Wichtig ist in erster Linie aber die Musik und hier sind Premortal Breath schwer in eine Schublade zu stecken. Ich würde es daher einfach Metal nennen. Der Opener „Your Ruin“ wirkt leider wie ein Überbleibsel aus Anfangstagen und ersten Versuchen, möglichst harte Lieder zu schreiben. Meiner Meinung zwar mit gewissem thrashigen Underground-Flair, aber dann doch zu platt.  

Aber Vorsicht !! Dieser Song ist keineswegs repräsentativ für den Rest des Albums.

Denn bereits das folgende „Into the Light“ überzeugt mit bodenständigen Riffs, rauhen Screams, die gut zur Gitarrenarbeit passen. Sänger Thomas Bürger besitzt zwar nicht gerade die ausgebildetste Stimme und agiert eher in der Schnittmenge eines Chris Boltendahl (Grave Digger) und Lemmy, aber der erdigen Musik ist diese durchaus dienlich. Auch die zwei Gitarristen Sebastian und Tobias duellieren sich ab und an recht stimmig. Solide Nummer !!

Nicht nur der Titel des nächsten Songs „Fuck My Brain“ klingt derb. Auch die Musik ist härter gehalten, wirkt zeitweise wie Thrash Metal der Annihilator-Schule. Der Refrain mit Gangshouts verleitet zum Fist-Raising und die Riffs fliegen einem angenehm um die Ohren. Natürlich ohne die Brillianz eines Jeff Waters, aber durchaus mit ordentlich Schmackes.  

„Pain“ dagegen wirkt relativ einfach gestrickt und der Refrain doch arg anstrengend. Straighter Heavy Rocker durchaus mit netten Momenten, fällt aber doch im Gesamtbild etwas ab.

Glücklicherweise findet man mit „They“, dem Titelsong danach wieder die Kurve nach oben. Schnelles Teutonen-Metal Riffing und ein guter zweistimmiger Refrain bilden die Quintessenz des Songs, der etwas an Sinner oder ähnlich gelagerte Bands erinnert.  

In die selbe Kerbe schlägt auch „Pleasure“. Doch ist man hier sichtlich mehr um Abwechslung bemüht. Dies zeigt ein kurzes Slow Down mit Akkustik Klampfe und mehrere Breaks, die den Einheitsfluß etwas kippen. Trotzdem ist auch hier grundsätzlich touch & rough die Devise.

Mit „Trapped“ folgt das eingängigste Stück des Albums. Balladesker Beginn und balladeskes Ende, dazwischen Bemühungen um harmonischen Refraingesang, welcher sich mit den aggressiveren Vocals abwechselt. Etwas langatmig, der Song, aber unterm Strick nett anzuhören.

Mein Favorit folgt aber zum Schluß mit „Bloody Baby Shower“ (toller Titel auch !!). Etwas schräge Gitarrenlinien und angepisster Gesang lassen den Underground jubeln. Kurzes Babygeschrei inklusive.  

Wenn man sich die Promofotos der Band anschaut, mit ihren weißen Hemden und schlecht gebundenen Krawatten, vermutet man nicht, daß es Premortal Breath faustdick hinter den Ohren haben. Die Band zieht ihr Ding durch, vermischt mehrere Stile miteinander, versucht sich erst gar nicht an hochglanzpoliertem Metal, sondern lässt es teils prollig, teils technisch versiert ordentlich krachen. Es sind keine Weltklasseathleten am Werk, aber für ein Aufhorchen in der deutschen Untergrundszene ist genügend Können vorhanden. Die Songs sind stimmig interpretiert und auch die Produktion, welche nicht gerade zu den aufwändigsten gezählt werden kann, versprüht dieses gewisse Underground-Flair, was eine solche Band, die sich wohl in kleinen Clubs und Schulen den Arsch abspielt, so sympathisch macht.

Hier ist Potential vorhanden, bin gespannt wie der Weg von Premortal Breath weitergeht.  

Mannheim...seid ihr bereit ?


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