PRESSURE POINTS - False Lights

Nettes ProgMetal Album haben sie eingespielt, die Finne von Pressure Points. 2004 gegründet haben sie es bisher nur auf ein Album gebracht. Somit ist „False Light“ erst das zweite für die Band.

Musikalisch liegt man irgendwo zwischen den verschiedenen ProgMetal Stilarten und Bands.

Auffälliges Element sind die immer mal wieder eingestreuten Growls, die ab und an einen leichten ProgDeath Anteil implementieren. Am Anfang bei „Wreckage“ und „Between the Lies“nur sporadisch, zum Ende hin ungleich häufiger. Ob man das gut findet, muß jeder für sich selbst entscheiden.

Liegt man mit den ersten zwei Songs noch irgendwo in der Nähe von Dream Theater („Wreckage“) und Shadow Gallery („Between the Lies“) ändert man im Laufe des Albums etwas den Stil zu alternativen, teils verschrobenen Elementen, was zu Lasten der Eingängigkeit geht. Nun gut, wir haben es hier ja auch mit Prog zu tun, also Geradlinigkeit sollte somit keiner erwarten.  

Schöne Melodien haben Pressure Points allemal drauf. Gerade die Piano Parts erinnern an die bereits angesprochenen Shadow Gallery. Die cleanen Vocals von Kari Olli sind für meinen Geschmack eine Spur zu dünn und doch um Einiges von der Qualität eines James LaBrie oder eines Michael A. Baker (R.I.P !!) entfernt. Trotzdem kann man der Band großes Bemühen attestieren, möglichst viel Abwechslung in die sechs Kompositionen zu bringen. Dies ist aber auch dringend nötig bei Songs, die jeweils an der 10 Minuten Grenze kratzen.  

Dies gelingt meiner Meinung nach in der ersten Hälfte des Albums besser. Zum Ende hin stellt sich bei „Dance of Coincidence“ und „In Desolation“ bedingt durch zu viele Growl-Parts und nicht mehr ganz so zwingende Instumentalarbeit etwas Langeweile ein.  

Bei Pressure Points fragt man sich schon, wo der Druckpunkt liegt. Eher beim klassischen ProgMetal der erhabenen Art mit elegischen Melodien, oder bei derberem Atmo-Black-Death Prog neuerer Schule. Hier fehlt mir so ein bisschen das Bekenntnis zur einen oder anderen Seite.

Qualtitativ können die Musiker alle überzeugen. Lediglich die Sologitarre ist für meinen Geschmack etwas zu „kratzig“ abgemischt. In puncto Songwriting sollte man sich aber zukünftig für eine Linie entscheiden. Sonst bleibt's für den geneigten Hörer zu undurchsichtig.

Um das Album nicht in falschem Licht erscheinen zu lassen...schlecht ist „False Lights“ definitiv nicht und ProgMetal Fans dürfen ruhig reinhören. Großes Bemühen ist erkennbar, an der Umsetzung darf gerne noch gefeilt werden.


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