PROJECT TERROR - Conquistador

 

Ich geb's ja zu....man kann mich mit der Mucke, welche mir gerade vorliegt, immer locken. Project Terror nennt sich die Band (Projekt ?), kommt aus Amiland und pflegt den US Steel auf's Vorzüglichste.

Sänger  Ronnie Stixx hat mal bei Vicious Rumors gesungen, was alleine schon für Qualität spricht, denn ein Geoff Thorpe sucht sich sicherlich keinen Nichtskönner für seine Band aus. Somit ist auch schon ein erstes Trademark ausgemacht...die Stimme. Recht hohe Tonlage, angenehmes Shouting und teilweise mit high pitched Screams versehen schwimmt Stixx wunderbar im Fahrwasser von Halford, Rivera, Deris und Konsorten.

Der sehr basslastige Opener „Breaking the Spell“ verdeutlicht berits die immense Power, die US Metal Bands zum Gelingen brauchen. Qualitativ musikalisch hochwertig werden die Riffs, die punchin' Drums und eben die gleichwertigen Bassläufe ins Rennen geworfen und qualifizieren sich auf Anhieb für Höheres.

„Conquistador“ welches mit cooler Akkustik-Klampfe und spanischen Elementen beginnt, möchte ich zwar nicht zwingend mit den göttlichen Crimson Glory der Frühphase vergleichen, aber gewisse Parallelen sind meiner Meinung nach nicht von der Hand zu weisen. Dies fängt im teilweise sehr hohen Gesang an, geht über Sperrfeuer-Gitarrensalven und nicht zuletzt einer ordentlichen Portion Soli über die Bühne. Temporeicher, sehr schön reinlaufender US Metal Stoff.

Mit Spoken Words – Nachrichten Intro nimmt der „Day of the Jackal“ seinen Lauf. Mörder Riffs in Verbindung mit höllischen Powerchords gestalten den Tag. Zum Refrain hin kriegt man die Kurve gerade noch so mit abgehacktem Übergang, zwischendurch gibt es gesprochene Erklärungen und ein Gitarrensolo vom Feinsten. Beste US Metal Schule, druckvoll und klar aus den Boxen wabernd.

Wer bei „Killing Machine“ an Judas Priest denkt, liegt gar nicht so vekehrt. Tipton/Downing Wechselriffs und Screams, die Halford heute die Blässe auf's Gesicht zeichnen würden, können durchaus Assoziationen mit der britischen Legende wecken. Aber auch artverwandte Kapellen wie Primal Fear und härtere Helloween könnte man hinein interpretieren. Spaß macht diese Power-Walze auf jeden Fall und die sägenden Gitarrenparts könnten manch Freudenträne verursachen.

„Take to the Sky“ entspringt danach NICHT dem Jag Panzer Gedächtnis. Viel mehr haben wir es hier mit einer sauschnellen Speed-Nummer zu tun, die aufgrund des hohen Gesangs erneut an Crimson Glory erinnert. Der Song ist 6-Minuten stark, so daß zwischendurch auch mal die Bremse kurz reingehauen wird, um Abwechslung reinzubringen.....Gelingt ! Eine etwas biestige Nummer, sehr hart und wie gesagt, sehr schnell. Einfach genial, über welches Stimmorgan Ronnie Sixx verfügt. Trotz erheblicher Höhen wirkt der Gesang nie nervig oder übertrieben. Hier ist ein ganz Großer am Werk.

„Destiny's Eyes“ schlägt danach eine ganz andere Kerbe ein. Das Teil nähert sich einer harten Power-Ballade mit leichten Hintergrund-Keyboards und langsameren, balladesken Vocals zwischendurch. Hochmelodisch hat der Song aber immer noch genug Dampf unterm Kessel um der Schmalzfraktion die Faust zu zeigen. Lediglich der Refrain klingt etwas zu gleichatmig.

Ein wahrer Powermetaller folgt mit „Blood Red Skies“. Erinnert vom Riffing etwas an Mystic Prophecy, aber der Beginn und die hohen Screams bringen auch hier Crimson Glory ins Spiel. Midtempo Wucht wird kurz von 10 ruhigen Sekunden unterbrochen, um umso druckvoller abzuschließen. Guter Refrain, guter US Metal...

Zum Ausklang schmeißt man bei „United“ noch ein bisserl Leatherwolf in den Topf, lässt etwas Mercyful Fate mit aufkochen und rührt das Gebräu dann mit NWOBHM-Galopper-Guitarleads ordentlich um. Etwas zerfahren zum Schluß....aber sei's drum.

Ich lese mir ja ab und an schon mal durch, was Kollegen so über die ein oder andere Platte schreiben. Komischerweise hat hier aber niemand Crimson Glory erwähnt (kennt die Niemand mehr ?). Gerade deren ersten beiden Alben scheinen hier oftmals durch und die Nähe von Ronnie Sixx (vor allem in den hohen Passagen) zu Midnight (R.I.P.) ist nicht von der Hand zu weisen. Es gibt wahrlich schlechtere Verbindungen. Auch Vicious Rumors (klar!), manche Semi-Legende und Priest schätzt man sicherlich, so daß deren Einflüsse auch Project Terror prägen.

Herausgekommen ist aber dennoch ein klasse Album, welches man größtenteils dem US Metal alter Prägung zuordnen kann. Unglaublich druckvoll und mit musikalisch herausragenden Könnern gesegnet sicherlich ein Highlight der Szene. Der teilweise sehr hohe Gesang wird nicht jedem gefallen, aber z. B. King Diamond hat ja auch nicht nur Fans.

US Metal Fans müssen „Conquistador“ zwingend haben. Punkt !

 

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