PROLL GUNS - Horseflesh BBQ

Ich hatte schon im Review zur EP „Fucking Troublemaker“ meiner Tochter, die leidenschaftlich gerne reitet und Pferde liebt, nicht unbedingt den Song „Horseflesch BBQ“ vorspielen brauchen.

Und jetzt bringen die österreichischen Western-Thrasher Proll Guns auch noch ausgerechnet ihr Full Length Album unter diesem Titel heraus. Auch das „saftige“ Albumcover trägt nicht gerade dazu bei, daß ich dem Mädel dieses Machwerk unter die Nase halten sollte.

Egal, die Proll Guns machen ja keine Musik für Schöngeister oder kleine Mädels, sondern für die gestandenen Metal-Cowboys unserer Welt. Denn auf dem neuen Album machen Sänger und Bassist Evil Ed, Gitarrist The Burner und Drummer Cra „Y“ Maker exakt dort weiter, wo sie mit ihrer letzten EP aufgehört haben. Mit erdigem, völlig angepisstem Rotz'n Thrash, garniert mit feinst flambierter Westernkante.  

Dies ist nicht verwunderlich, wenn man weiß, daß man die drei Songs der letzten EP auch auf das neue Album draufgepackt hat. Als da wären das schnelle „From Texas To Hell“, das bissige „Horseflesh BBQ“ und „Fucking Troublemaker“.

Doch auch die neuen Songs schlagen in die selbe Kerbe. Angefangen bei der kurzen, instrumentalen Eröffnungsnummer „Texas Banjo Massacre“, welche gleich mal mit...ja...Banjo aufwartet, sich dann aber mit wuchtigen Gitarren und heftigem Schlagzeug schon mal auf den Western-Thrash-Reigen einstimmt.

Neu auch der „Bloodgun Blues“, wie bei diesem Titel zu erwarten mit etwas bluesiger Note. Zwar regieren recht schwere, tiefer gestimmte Gitarren und Evil ED's guturraler Gesang hat alles andere als den Blues, aber dieser scheint in rotziger Form doch ziemlich durch bei diesem Song.  

Da gerade Evil ED's Gesang thematisiert wird....dieser wird, wie auch schon bei der EP, die Partygäste polarisieren, denn er kommt schon ziemlich krächzig und teils growlig rüber, so daß jederzeit die derbe Note, welche den Proll Guns Songs anhaftet, vorhanden bleibt.  

„Reno Gang“ punktet mit stimmigem Rock'n Roll Rhythmus, „Lookin' Out My Backdoor“ wirkt wie eine thrashig vertonte Westerntanznummer und „The Revolver“ kommt mit sage und schreibe über 7 Minuten als straighter Rock-Shooter, der auch die typischen Banjopassagen, sowie Akkustikgitarren-Parts vereint, rüber. Relaxter und ungewohnt, aber doch in unverkennbarer Proll Guns Manier.  

Bleiben noch der schnelle Smash-Riffer „Execution“, mit verzerrten Gitarren und unverständlichem Gesang (passt nicht so wirklich rein !), sowie der eher ruhigere Banjo-Gekrächze-Stimmungsmacher „Southern Slavery“, gleichzeitig Rausschmeißer aus der Pferdefleisch-Metzgerei.  

Proll Guns bleiben ihrem Stil, der deutlich im Thrash verwurzelt ist, manch stilistische Nähe zu Motörhead zulässt, sowie die eigene Western-Note einbringt, treu und feuern erneut ihre geschmackssicheren(-losen ?) Weisen unter die hungrige Meute. Für meinen Geschmack könnte der Western-Flair immer noch weiter ausgebaut werden, denn dieses Element findet man noch nicht so oft in der Musikszene. Aber egal, die Proll Guns laden zum musikalischen Barbeque und erwarten euch zusammen mit den Saloon-Girls mit scharf gewürztem Material. High Noon in Austria !!


Bewertung:

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