RADIATION ROMEOS - Radiation Romeos


Autor:  Kerbinator

Bewertung:  7 / 10


Tracklist:

  • Radiation Romeos
  • Ocean Drive
  • Bad Bad Company
  • Mystic Mountain
  • Like An Arrow
  • Promised Land
  • Castaways
  • Ghost Town
  • Til The End Of Time
  • On The Tight Rope
  • Monstertraxx


VÖ: 02.06.2017

Label: Frontiers Records

Radiation Romeos sind eine neue Zusammenstellung von Frontiers Records. Das heißt, eigentlich ist es ein Projekt von Michael Voss (Mad Max, Casanova und vieles mehr), der beim selbstbtitelten Debut produziert, gemischt, engineered und bei mehreren Songs gar beim Songwriting involviert war. Klar, daß das Album eindeutig seine Handschrift trägt, die da heißt...Melodien über Melodien.

Aushängeschild bei den Romeos ist Sänger Parramore "Perry" McCarty, der in den 80ern u.a. den Warrior Klassiker "Fighting For The Earth" eingesungen hat. Und auch beim End-Achtziger Projekt des ehemaligen Billy Idol Gitarristen Steve Stevens, Atomic Playboys, war er mit von der Partie. Aus einer Textzeile eines Songs dieser Band entstand übrigens auch der Bandname Radiation Romeos. Das Album ist, wie bei Frontiers Records Bands meist üblich, super eingängig und airplay-tauglich.

Los geht's mit einem Urknall und es rockt gleich gut. Natürlich im Fokus der melodische Gesang von McCarty. Der erste Song ist gleichzeitig das Titelstück und zeigt sofort den Weg auf, welchen dieses Album nehmen wird. Parramore McCarty glänzt immer dann, wenn es um eingängigen Klargesang geht. Bei den bewusst rockigeren Nummern wirkt der rauhe Gesang dagegen etwas aufgesetzt und nicht wirklich zwingend. Sprich, man nimmt dieser Stimme den harten Rocker einfach nicht ab. Das kam zu Warrior Zeiten eindeutig besser. Aber die Zeit vergeht nun mal.

"Ocean Drive" bietet danach typisches Radiofutter und wurde nicht zu unrecht als Videoauskopplung gewählt. Melodischer Twin Gitarren-Rhythmus, recht hoher Gesang und natürlich ein Refrain wie gemacht zum Mitsingen. Irgendwie erinnert mich der Song etwas an die 80er Formation The Outfield, die damals im US Radio rauf und runter gespielt wurde.

Das folgende "Bad Bad Company" ist dann so ein härterer Song mit rauheren Vocals. Wie gesagt, nicht unbedingt das Beste an Perry's Stimme. Man versucht es hier mit tieferen Gitarren-Riffs unterstützt durch diverse Sound-Samples und düstereren Vocals im UDO-Style. Na ja, nicht wirklich der Reisser.

Besser dagegen der coole Riff-Rocker "Mystic Mountain", bei dem auch Gitarrist Dag mal richtig zur Geltung kommt und zeigen kann, was er drauf hat. Bedingt durch den keyboardunterstützten Refrain (obwohl ich keine Ahnung habe, wer für die Keys verantwortlich zeichnet), erinnert der Track etwas an Van Halen der Sammy Hagar Phase.

Radiation Romeos wären natürlich keine guten Liebhaber, wenn sie Balladen umgehen würden. "Like An Arrow" ist eine logische Folge, allerdings ist dieses Piano/slow-guitar Stück viel zu "sweet". Eine typische Reissbrett-Ballade, ganz nett, aber das war's. Supermelodisch geht's weiter mit "Promised Land", natürlich dem Titel entsprechend mit abendländischen Sounds und vielen Keyboard-Flächen im Hintergrund. Hört sich ein klein bisschen nach den Labelkollegen Pretty Maids an. Verklärter Gitarrenpart, aber zum Ende hin dann etwas zu poppig.

Was gibt es sonst noch auf dem Album ? Bluesig, soulige Ansätze bei "Ghost Town", swingenden AC DC Rock'n Roll mit Frauen-Refrain bei "Till The End Of Time" und zum Abschluß noch etwas "creepy" wirkende Stimmung bei "Monstertraxx".

Auch wenn man mit Parramore McCarty eine Gesangslegende für diese Band ausgepackt hat, wirkt Radiation Romeos trotz aller musikalischen Kompetenz etwas konstruiert und hat den Beigeschmack eines weiteren Projektes des italienischen Labels. Diese sind ja nie wirklich schlecht, aber eine gewisse Gleichförmigkeit ist schon zu erkennen. Klar, es macht Freude Parramore mal wieder singen zu hören und in den mehrheitlich cleanen Momenten macht er auch noch eine richtig gute Figur. Trotzdem erscheint das Album etwas aufgesetzt, genau wie das permanent übertriebene Lachen des Haupt-Protagonisten auf den Booklet-Fotos.

Melodic Rock-/Metal Freunde dürfen natürlich gerne zuschlagen, denn schlecht ist das Album nicht. Eine Innovation allerdings auch nicht. Ach ja...das Albumartwork ist richtig klasse, suggeriert aber einen falschen Eindruck, was den Härtegrad betrifft.

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