RAVAGER - Eradicate...Annihilate...Exterminate...


Autor: Kerbinator

Bewertung:  7,5 / 10

Tracklist:

  • Burn The Cross
  • Deathbringer
  • Human Sacrifice
  • War Without End
  • The Walking Dead
  • Superior Forces
  • Unknown Dreams
  • Trapped Inside
  • Dr. Mad
  • Alarm Clock Terror


VÖ:  17.02.2017

Label:  Iron Shield Records

Walsrode in Niedersachsen ist wohl am ehesten durch seinen berühmten Vogelpark bekannt. Jetzt nicht nur, denn mit Ravager taucht eine amtliche Thrash Band aus der Beschaulichkeit auf, so daß die Flattermänner im Park bald durchdrehen dürften.

Ravager gründeten sich 2014 in Form der beiden Gitarristen Dario Rosenberg und Marcel Lehr. Schnell fanden sich kompetente Mitstreiter, so daß es nicht lange dauerte bis man eine erste Demo-EP („Alarm Clock Terror“) vorweisen konnte. Jetzt ist mit „Eradicate...Annihilate...Exterminate...“ das erste Langeisen der Combo erschienen und fräst sich mit jugendlicher Frische in die deutsche Thrash Szene. Denn Ravager spielen bevorzugt Thrash Metal deutscher Prägung und das noch in Old School Manier.

Ok, da gibt’s natürlich einige Bands, die sich an diesem Stil versuchen, aber Ravager machen ihre Sache mehr als ordentlich. Allgegenwärtig sind natürlich die Großen des deutschen Thrash, Kreator, Sodom, Tankard und vor allem Destruction. Gerade durch den teils pfeilschnellen Speed-Thrash, welchen Ravager in den meisten Songs zelebrieren, fühlt man sich öfters an Schmier und Co. erinnnert. Allen voran der Opener „Burn The Cross“, eine rasante Retro-Deutsch-Thrash Abfahrt mit Speed vorangetrieben und Sänger Philip Herbst singt dann auch noch ähnlich wie Schmier.  

Aber auch manche leichte US Kante in Form von Death Angel oder Slayer ist zu vernehmen. Zum Beispiel bei „Deathbringer“, einem gekonnten Mix aus alten Kreator und eben Death Angel. Vor allem was die Screams angeht. Bei „War Without End“  fahren die Jungs ein Gitarren/Drums-Marchintro auf, das Gitarrenspiel an sich wirkt bei dem Song leider etwas unsauber. Ist bei der Geschwindigkeit, welche Ravager an den Tag legen aber nicht weiter schlimm und die Gang-Shouts im Refrain entschädigen dann dafür.  

Ein bisschen bei Tankard geklaut, zumindest was den Gitarrenrhythmus betrifft, hat man bei „The Walking Dead“. Aber, kein Problem ! So manches Mal, ein ganz klein bisschen, schleicht sich auch die ein oder andere kurze Melodie ein. Wie beispielsweise bei „Superior Forces“ oder gar als melodisches Riff bei „Trapped Inside“. Letzteres ist ein wahrer Groover, der von Midtempo bis Speed in Kreator Manier verwöhnt.  

„Unknown Dreams“ ist das ungewöhnlichste Stück des Albums. Nach schnellem Beginn, wechselt man in eine Midtempo-Passage und präsentiert leicht orientalische Vibes. Mehrere Breaks machen diesen Song zum abwechslungsreichsten des Albums.

Den wahren Hit des Albums sparen sich Ravager aber bis zum Schluß auf. „Alarm Clock Terror“ punktet mit seinem einfachen, an Sodom angelehnten Refrain, die Gitarristen riffen sich einen ab und das Ganze ertönt auch noch super-eingängig. Von Radiotauglichkeit natürlich keine Spur, aber so etwas wie ein kleiner lokaler Hit ist das dennoch.  

Mit „Eradicate...Annihilate...Exterminate...“ ist Ravager ein gelungener Einstand geglückt, der keinen Old School Thrash Fan deutscher Prägung enttäuschen dürfte. Moderne Sounds sucht man vergeblich. Die ranzige Jeans-Kutte ist Programm und Geschwindigkeit hin oder her....solche Musik macht nach wir vor tierischen Spaß.  

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