RAVENBLACK PROJECT - Breaking Through The Mist

Mit dem BlackRaven Project hat sich der italienische Gitarrist Riccardo Bacchi selbst einen Traum erfüllt. Für "Breaking Through The Mist" schrieb er nicht nur alle Songs, produzierte die Langrille und gestaltete auch noch das Cover Artwork höchstpersönlich, sondern er holte sich auch eine All - Star - Band ins Haus, die vor allem im Bereich der Vokalakrobaten eine Art "who's who" der aktuellen Hard Rock / Heavy Metal Szene aufbietet.

"My new Revelations" heißt der von Marc Boals (Yngwie Malmsteen, Labyrinth) gesungene Opener, der nach düsterem Intro gleich ordentlich Fahrt aufnimmt und durch sein hartes Riffing ordentlich Köpfe kreisen läßt.

Jon Oliva (Savatage, TSO, Jon Oliva's Pain) und Andre Matos (Viper, Shaaman)sind die nächsten Sänger im Billing, welche "The Faithless and the Dreamer" intonieren, eine Ballade, die sich inhaltlich mit dem 11. September 2001 auseinandersetzt. Passend dazu der fragile Gesang und Bacchis klagende Gitarre.

Es ist unverkennbar der Schotte Doogie White (Rainbow, Michael Schenker's Temple of Rock) der einen "One Night Stand"  besingt. Hart, provozierend, brandheiß. Daß das Stück aber ausgeblendet wird, passt nicht so ganz ins Bild.

Mit Alberto Bollati holt sich Bacchi einen Bassisten und Sänger an Bord, der sonst bei Wine Spirit die Saiten zupft und zuletzt auch bei der Mike Terrana Band zu sehen und hören war. "Redemption Blaze" ist denn auch ein amtlicher Rocker mit kantigen Grooves und kehligen Vocals.

Eine wunderschöne Ballade mit keltischem Touch ist "The Ancestral Call", gesungen im Duett zwischen Doogie White und der göttlichen Amanda Somerville (Kiske/Somerville, Avantasia, Trillium) und passend untermalt vom Celtic - Folk - Rock Musiker Dario Caradente (Kalevala) und seinen Flöten. Traumhaft schön.

Danach wird wieder die Keule geschwungen. Auf "The Road to Hell Paso" (schönes Wortspiel mit der texanischen Stadt El Paso, Marty Robbins irgendwer?) hören wir wieder Mark Boals am Mikro. Außerdem gibt's fette Orgel Klänge direkt aus dem Deep Purple Kosmos und auch ein wenig Southern Flair, passend zum Songtitel.

James Christian, Frontman im House of Lords, verleiht der mit gebremstem Schaum dargebotenen Hard Rock Nummer "Wasting Memories" mit seinem Gesang das gewisse Etwas. Eine ebenso mystische wie packende Nummer, die sich auch im Programm von Whitesnake gut machen würde.

Unter Hochspannung scheint Franco Campanella gestanden zu haben, während er die Leadvocals für "Your Load of Lies" eingesungen hat. Doch für den Fronter einer Band namens "Alto Voltaggio" kommt ja auch gar nichts anderes in Frage. Die Nummer wurde in einem einzigen Take eingespielt, was ihr auch nicht geschadet hat.

Zum guten Schluß darf nochmal Amanda Somerville ran, die mit ihrer warmen Stimme einen Wolf in den Schlaf singt. "Lullaby for a Wolf" ist ein gelungener, ruhiger Abschluß eines Werkes, das mehr ist als nur eine Aneinanderreihung starker Stücke im Bereich Hard Rock / Heavy / Power Metal mit wechselnden Frontleuten. Abwechslung ist ebenso gegeben wie hochklassige Umsetzung und überraschende Momente. Für das RavenBlack Project sehe ich alles andere als Schwarz.


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