RENEGADE - No Boundary

Also, viel kriegt man über die süddeutsche Formation Renegade nicht heraus, wenn man im Netz sucht. Auch die bandeigene Webseite dient hier nur bedingt. So halten wir uns halt an das, was wir wissen. Renegade sind ein Vierer aus der Umgebung von München und spielen laut eigener Aussage „pure fucking metal“.  Ok, das klingt weitreichend und allgemein, aber gut.

Tatsächlich liegt der Stil dann doch eher im Thrash Metal verwurzelt, wie man auf dem Debut „No Boundary“ hören kann. Denn die Jungs gehen eher aggressiv zu Werke, als überbordende Melodien aufzufahren. Soundtechnisch muß man Abstriche machen, aber dies ist bei einem ersten Album in Eigenregie erschaffen, meist so.  

Musikalisch haben's die Bayern ganz gut drauf. Gitarrist Sebastien Ody schreddert und rifft meist in mittlerem Tempo und lässt die Songs knackig knarzen. Auch die Schießbude von Adrian Steinbeck und der Bass von Tassilo Steinmann machen ordentlich Dampf, obwohl hier, wie erwähnt, soundtechnisch noch einiges an Luft nach oben ist.

Etwas Schwierigkeiten habe ich mehr mit dem Gesang, oder besser Gebrüll von Frontmann Kilian Steinmann (keine Ahnung, ob es sich hier um den Bruder von Basser Tassilo handelt). Dieser schreit permanent durch die Gegend und wäre etwas besser im Death Metal aufgehoben. Ab und an wird es mit den „weird vocals“ hier auch übertrieben, wie beispielsweise gegen Schluß des Openers „Uprising“. Besser passt der Gesang zu einer Nummern wie „Deathpit“, da diese generell von der Grundausrichtung recht aggressiv ausfällt, auch wenn man zwischendurch mal ein melodischeres Break einstreut.

„My Way“ ist da doch trotz viel Power um Etliches melodischer, gerade was die Gitarrenmelodien betrifft, obwohl die Bridge im Gegensatz dazu umso schneller ist.  

Renegade versuchen ihre Songs trotz aller Härte mit Abwechslung zu versehen, mal das Tempo zu verschleppen und auch mal das ein oder andere melodische Element zu bringen, was dann in eingängigere Passagen und passende Übergänge mündet. Sicherlich ist es gerade heutzutage, wo man durch soziale Medien und durch Vereinfachung der Aufnahmeprozesse von Bands und Musik geradezu überschwemmt wird, nicht einfach, sein Produkt so anzupreisen, daß es einen nachhaltigen Eindruck hinterlässt. Damit werden auch Renegade zu kämpfen haben.

Man sollte aber als geneigter Hörer, der aggressiven Klängen in Verbindung mit melodischen Passagen nicht abgeneigt ist, unbedingt einmal in „No Boundary“ reinhören. Die Band ist im Bereich Songwriting ziemlich weit und als gelungener Appetizer für kommende Taten reicht das Album allemal. An manchen arg übertriebenen Brüllpassagen sollte man arbeiten, aber viel verkehrt machen Renegade nicht. Aber das war bei Leuten aus Bayern ja auch nicht anders zu erwarten !!


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