RUNNING DEATH - DressAge


Autor:  Kerbinator

Bewertung:  7,5 / 10

Tracklist:

  • Courageous Minds
  • Dressage
  • Delusive Silence
  • Heroes Of The Hour
  • Duty of Beauty
  • Numbers
  • Beneath the Surface
  • Anthem of Madness (instrumental)
  • Safety Second
  • Refuse to Kill


VÖ:  26.05.2017

Label: Punishment 18

Zwei Jahre nach dem Debut „Overdrive“ sind die Kaubeuren Thrasher Running Death mit dem nächsten Longplayer am Start. „DressAge“ benannt fällt sofort wieder das bunte Artwork auf, im Comic Stil gehalten, aber mit diesem unwiederstehlichen Charme, den zum Beispiel auch Municipal Waste Artworks besitzen. Zwei Dinge hatten wir beim Debut bemängelt. Zum einen, die etwas fehlende Abwechslung und zum einen den zu dünn rüber kommenden Gesang von Simon Bihlmayer.

Im Punkt Abwechslung haben die Bayern einen Schritt nach vorne gemacht, im Bereich Gesang leider immer noch nicht wirklich. Zwar kling Simon nach wie vor schön dreckig, rauh und...ja thrashig. Aber es fehlt so der letzte Druck hinter dem Organ. Hier hätte man sicherlich produktionstechnisch ansetzen können. Nun gut. Musikalisch ist alles sauber, zeigt gleich der Opener „Courageous Minds“, mittlerweile auch als Video-Single ausgekoppelt. Cooles Drumintro, melodisch mehrstimmiger Refrain und gute Gitarrenarbeit übertönen den leicht dreckigen Gesang.  

Stilvoll liegt man irgendwo zwischen Thrash-u. Powermetal, ist also nicht mehr nur noch auf Thrash fixiert, was der Abwechslung zugute kommt.

Speediger wird’s mit dem Titelsong „DressAge“.Simon's Gesang erinnert ein wenig an Lemmy und viele Breaks dominieren. Auch „Delusive Silence“ ist so ne Art Speed-/Thrash. Der vezerrte Gesang, diverser Drumwirbel und ein etwas komischer Refrain schmücken den recht kurzen Song allerdings als eher ungewöhnlich.  

Da kommt's bei „Heroes Of The Hour“ viel klarer daher. Melodischer Gitarrenbeginn, harmonische Leads a'la Iron Maiden und der technisch hochwertige Anspruch machen den Track zu einem amtlichen Smasher. Wobei auch hier immer deutlicher wird, das Running Death auch ins Midtempo fallen und reinrassige Rocker raushauen können. Siehe auch das folgende „Duty Of Beauty“.  

Mit „Numbers“ liefert die Band eine garstige Nummer ab. Nach erneutem Drumintro und motörheadeskem Gesang folgen Gangshouts, was eine kleine punkige Note hinzufügt. Ein äußerst cooler Gitarrenpart verwandelt das Ganze dann allerdings in riffgewaltigen Thrash. Starke Nummer !

Weiterer Beleg für die jetzige Abwechslungsvielfalt gefällig ? „Beneath the Surface“ schmeichelt zuerst akkustisch bevor Marschrhythmen ertönen und sich letztendlich als groovigen, lässigen Rocker entpuppt, inklusive Ho-Ho-Chöre. Rein instrumental gehalten wird „Anthem of Madness“. Riff-rockig und Power Metal Gitarrenparts, so die Grundlage.  

Zum Ende hin haut man noch eine neue Facette raus. „Safety Second“ ist ungleich düsterer als zuvor, beginnt balladesk und wandert halb-akkustisch weiter. Mit einem melodischen Gitarrensolo wird’s rockiger und auch gesanglich punkten Running Death mit Dark Vibes. Je länger der Song dauert, desto mehr Fahrt nimmt er auf und endet schließlich im Speed.

Bleibt noch der Rausschmeißer „Refuse to Kill“, der gleich alles wegballert und mit quirligem Thrash-Metal im Fahrwasser von Megadeth schippert. Megadeth werden auch immer wieder als Einfluss für Running Death genannt. Kann man partiell so sehen, aber reduzieren kann man die Band darauf sicherlich nicht.

„DressAge“ ist im Bezug auf Songwriting ein erheblicher Fortschritt zu „Overdrive“. Technisch ist man auf Augenhöhe mit etablierten Acts und der Trend etwas weg vom reinen Thrash steht Running Death gut. Schade, daß der Gesang erneut als Minuspunkt zu sehen ist. Und nicht der Gesang an sich, sondern die Abmischung und fehlende Power. Trotzdem ein weiterer Schritt nach vorne, den Running Death hier gehen.  

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