SATURDAY'S HEROES - Hometown Serenade

Punk ist ganz klar eine britische Angelegenheit. Der wahre Punk kam aus den Gossen britischer Großstädten und war Gegenbewegung zu glattgebügelten Hochglanzwelten und politschen Systemen, die das Volk manipulierten.

Deswegen habe ich immer ein No Go-Gefühl, wenn man Bands beispielsweise aus den USA als Punk ankündigt, die dann aber über kurz oder lang in den Charts landen. Green Day sei hier mal so ein Beispiel aus früheren Tagen.  

Saturday's Heroes kommen aus Schweden. Ist man aus diesem nordeuropäischen Land eher feinsten Hard Rock, Power Metal oder Melo-Death gewöhnt, spielen die Jungs nach eigener Aussage Punk, Rock und Folk. „Hometown Serenade“ ist, so weit ich das erkennen kann, das zweite vollwertige Album nach diversen EP's. 15 Stücke hat man darauf verewigt, was auf kürzere Songs schließen lässt und demnach kurz und knackig sein sollten.

Sind die Kompositionen dann auch. Angefangen bei „Damned Generation“ über den Titelsong und „Calming Waters“. Man interpretiert mit typischen 2 – 3 Akkordrhythmen und viel mehrstimmigen Rotzlöffel-Refrains. Dabei punkten die Heroes mit hohem Energielevel und dem Gesang von....ja, von wem eigentlich ? - die Bandinfo sagt hierzu nichts aus. Der Gesang geht in seinen besseren Momenten als Mischung aus New Model Army's Justin Sullivan und den Dropkick Murphys durch.

Mich erschleicht immer wieder das Gefühl, daß wenn die Songs auf deutsch dargeboten würden, man durchaus Ähnlichkeiten zu den Ärzten oder Toten Hosen nennen könnte. Also schon ziemlich am Musikmarkt orientiert und sicherlich auch eine Anbiederung an Erfolgsstorys gleichartiger Bands, hauptsächlich aus dem amerikanischen Sektor.  

Die Songs funktionieren auf jeder feucht-fröhlichen Veranstaltung mit Sicherheit prächtig, da sie logischerweise nicht mit unnötigem Ballast überfrachtet sind, sondern den Zuhörer leidlich zum Mitmachen animieren. Live geht die Sache dann wohl auch völlig in Ordnung.

Auf Albumlänge wirken Songs wie „The Watering Hole“, „Break My Bones“ oder „Me and the World“ zu eintönig und immer im gleichen Schnittmuster dargeboten. Für Punk ist es (auch lyrisch) zu seicht, für Rock trotz manch annehmbarer Gitarrenschlenker zu einfach und für Folk nicht folkig genug.  

Einzelne Songs laufen sicherlich gut rein, die Abwechlung fehlt aber weitestgehend. Hier kann man definitiv noch nachbessern. Schlecht sind die Jungs aber definitiv nicht.  


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