SATURNALIA TEMPLE - To The Other


Etwas völlig Eigenständiges und Beeindruckendes liefern uns die Schweden Saturnalia Temple. Und zwar eine krude Mischung aus Doom /Stoner-Metal mit blackmetallischem Gesang.

„To The Other“ nennen die okkulten Jungs ihr Zweitwerk. Die Band an sich besteht aus Tommie (Gesang / Gitarre) und Peter (Bass), denn an den Drums hat zwar Tim Call (Aldebaran, Holding Wind etc.) eingespielt, dient aber lediglich als Live Drummer in den Staaten. In Europa greift man hier auf die Dienste von Kennet Granholm on Stage zurück.  

Nach einem mystischen, spirituellen Intro wummert man sehr basslastig mit „Zazel Sorath“ los. Der 4-Saiter dominiert rauh und wild die kompletten 7 Minuten lang und wird nur von spartanischen Gitarren flankiert. Gehässig und keifend gibt Tommie seinen mit etwas Hall aufgepeppten Gesang hinzu und der Titel wirkt unterproduziert, wie in den frühen 70er Jahren.  

Dagegen startet der Titelsong „To The Other“ ganz anders. Mit knappem Wüsten-Lick semi-akkustisch unterlegt, soliert die Gitarre melodiebetont leidend und fast weinend gemeinsam mit dem erdrückenden, Pressluft atmenden Gesang von Tommie. Man fühlt sich glatt auf einem Weg durch die gleißende Wüstensonne hin zum Wahnsinn. Das ganze wirkt verstörend (man höre die Soundcollagen zwischendurch) aber gleichzeitig auch faszinierend. Schlappe 9 Minuten frisst dich die Nummer auf.  

Saturnalia Temple pfeifen auf cleane Sounds. Meist wirken Gitarre und Bass dermaßen verzerrt, daß man den steinigen Staub beinahe greifen kann. Ganz alte Black Sabbath kann man als Zitat desöfteren erleben, aber auch andere Großmeister des Genres wie St.Vitus oder Pentagram.  

„Snow of Reason“ kann hier als Beispiel herhalten, obwohl der Gesang um einiges fieser als bei den genannten Protagonisten daherkommt und in brachialsten Momenten Auswüchse des jungen Quorthon (Bathory) aufweist. Sehr oft wird die Gitarrenlinie bis zum Erbrechen wiederholt, so daß man meinen könnte, die Platte hängt....aber plötzlich geht’s dann doch weiter.

Zwar ändert sich die Ausrichtung auch bei „March of Gha'agsheblah“ nicht wirklich, aber hier streut man eine kleine Prise Orientalisches mit ein. Nicht so, daß es auffallen würde....nein, aber wenn man richtig hinhört...Auffällig in jedem Song, wie bereits erwähnt, die zwischenzeitigen Klang-Kakophonien, die sehr psychedelisch und aus tiefstem Abgrund, die Songs aufmotzen.

Für diese Art von Musik gibt es keine Alternative. Entweder man ist beeindruckt von extremen Stoner/Black-Walzen wie „Black Sea of Power“, „Crowned with Seven“ oder man lässt am besten die Finger davon. Schöngeister werden Saturnalia Temple als undefinierbare, verschrobene Band abtun.  

Zum feinen Abschluß fährt man mit „Void“ noch ein Schwergewicht auf. Schleppendes Eingangsriff, bewusst wie immer unsauber gespielt, bewirkt Beklemmendes, Verstörendes. Das rein instrumental gehaltene Stück endet in dumpfem Sound, so wie als würde man in Wasser versinken und schlußendlich ertrinken. Mit dem unvermeidlichen Ableben am Ende. Natürlich ist das Album kein Ergebnis für Dauerrotation. Auch eignet es sich keinesfalls zum Nebenbeihören. Der Sound ist (wie immer) Geschmackssache, hier extrem staubig und oft spartanisch unsauber gespielt. Aber, das ist natürlich so gewollt und intensiviert die Thematik des Okkulten und Unerklärlichen. Die Band nennt das Ganze selbst Black Magic Metal. Mit Black Metal hat die Musik aber höchstens am Rande durch den Gesang zu tun.  

Eher sollte sich die Stoner/Doom Fraktion, die über den Tellerrand schauen kann, angesprochen fühlen.

Intensives, verstörendes Teil !! Mir gefällts. 


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