SAVAGE WIZDOM - A New Beginning

Dass mehrere Familienmitglieder in einer Band spielen ist gar nicht mal so selten, aber dass Vater und Sohn zusammen Musik machen, ist dann doch eher ungewöhnlich. Ich kenne jedenfalls nur zwei weitere Bands (wenn man die Kelly Family außen vor lässt), bei denen das der Fall war: Die Schürzenjäger und Tangerine Dream, bei beiden sind die Söhne allerdings wieder ausgestiegen. Nun findet man dieses Phänomen bei der US-Band Savage Wizdom, die jüngst ihr zehnjähriges Bestehen feierte sowie ihr zweites Album eingespielt hat. Sieben Jahre nach „Show no Mercy“ endlich „A New Beginning“, also ein Neuanfang. Einen Neuzugang hat es in der Zwischenzeit auch gegeben, James Stuart III sorgt nun für die tiefen Töne am Bass.

Ansonsten hat sich nicht viel verändert, Savage Wizdom spielen weiterhin grundsoliden NWOBH, allerdings ohne dabei zu sehr von Genregrößen wie Judas Priest oder Iron Maiden abzukupfern.

Nach einem anderthalbminütigen Intro geht es mit dem Titelsong gleich in die Vollen. Druckvoller Metal der NWOBH-Marke mit Sänger Steve Montoya Sr., der wie eine Mischung aus Halford und Blaze Bayley klingt. Sohnematz Steve Jr. und Pablo Roybal liefern genretypische Riffs und Basser James und Drummer Steve (!) Cordova spielen präzise wie ein Uhrwerk.

Auf „Let it Go“ hat man dann tatsächlich Blaze Bayley als Gastsänger gewinnen können. Und der macht seine Sache naturgemäß gut. Ansonsten rockt der Song solide vor sich hin.

Bei „The Barbarian“ klingt Steve im Refrain ein wenig nach Bruce Dickinson, was aber ganz logisch wird, wenn man weiß, dass Steve Ende der 80er bei einer Band namens Prowler sang. Aber auch dieser Song reißt keine Bäume aus (was vielleicht auch daran liegt, dass ich mit den frühen Iron Maiden nicht richtig warm werde).

„Trail of Sorrow“ hingegen wartet mit einem richtig guten Grundriff auf und klingt auch viel mächtiger und vielschichtiger als seine Vorgänger. Sicherlich ein Highlight des Albums.

Düster und geheimnisvoll startet “Do or Die”, wechselt dann aber schnell in den Up-tempo-Bereich. Auch hier sind Parallelen zu Iron Maiden auszumachen, aber die Musik wird gekonnt mit klassischem US-Metal vermischt, so dass eine deutliche eigene Note zu erkennen ist.

Mit „Far Away“ gibt es eine erste Halbballade. Besonders auffallend ist der erstmals eingesetzte mehrstimmige Gesang im Refrain sowie die Akustikgitarre an Anfang und Ende.

Besonders schnell und heavy wird es mit „Chase the Dragon“. Die Melodie kommt einem zwar bekannt vor (vermutlich weil sie in abgewandelter Form schon woanders benutzt wurde) aber so hat man zumindest einen Wiedererkennungswert und kann ordentlich mitbangen.

Der Anfang von „Shattered Lives“ erinnert mich ein wenig an das Ende von „Mother North“. Ok, Savage Wizdom zelebrieren hier keinen Black Metal, aber die Melodieführung weist gewisse Parallelen auf. Im Endeffekt gibt es erneut den gewöhnten Sound auf die Ohren, und zwar in bewährter Qualität.

Der „Point of no Return“ wird dann zum Ende des Albums erreicht, obwohl es nicht (mehr) der Wahrheit entspricht, da es heutzutage die Repeat-Funktion gibt und man ganz bequem das Album noch mal anhören kann. Musikalisch ist es ein Hybrid aus Mid- und Uptempo-Song mit ordentlich Doublebass und gutklassigen Riffs.

Savage Wizdom haben ein gutes, wenn auch für eine US-Band ungewöhnliches, NWOBH-Album abgeliefert, dass Genrefans sicherlich zufrieden stellen wird.


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