SEPTEMBER CODE - III

Eine echte positive Entdeckung im Progressive Rock Bereicht ist meiner Meinung nach die griechische Formation September Code. Dabei handelt es sich hier gar nicht um eine neue Band, sondern das Gründungsjahr datiert bereits zurück auf 2002. Bis heute hatte man zwei Alben herausgebracht, das dritte ganz einfach mit „III“ betitelte Werk liegt nun vor.

September Code decken ein recht weites Spektrum im Prog-Bereich ab, lediglich der härtere Progressive Metal wird größtenteils ausgespart. Daher liegen Vergleiche mit den Oberhäuptern der Szene nahe. Marillion, Pendragon, IQ und Pink Floyd auf der einen, Porcupine Tree, Pain of Salvation und Tool auf der anderen Seite. Und von allem würzen die Griechen ihren Sound.  

„Self Crisis“ legt gleich furios mit Keyboards im Rush-Stil los, diese wechseln sich mit Gitarren-Riffs ab. Der Gesang von Dim Koskinas liegt eher im ruhigen bis gemäßigten Bereich und reiht sich durchaus in die Riege gutklassiger Prog-Vokalisten ein. Erste zerfahrene Rhythmen im Verlauf des Songs erhöhen den Anspruch im Bereich Musikalität.  

Weiter geht’s mit der eher straighten Nummer „You May Leave Now“, die rockig beginnt und mit eingängigem Refrain glänzt. „Skeptic“ ist für mich persönlich das erste Highlight der Platte. Ruhiger Beginn mit floydschen Piano Gefühlen wird von tollem Gesang und tollen Melodien begleitet. Es wird aber bald um einiges bombastischer und zerrissener, gefolgt von einem sehr intensiven Gitarren-Part. Klasse Song !

Dagegen lässt sich „Cause Key“ verpielter an. Erzählende Vocals a'la Fish, progressive Keyboard-Spielereien und etwas flippige Töne bilden den Kern. Mit einem Gitarren-Beginn, der auch Pendragon gut zu Gesicht stehen würde, wird „Action-Reaction“ eingeleitet. Ein weiterer Song, der den progressiven Anspruch von September Code unterstreicht. Piano-Gesang Parts, rockigere Passagen mit härterem Gesang, beruhigende und verträumte Klänge bis hin zu einem vertrackten Ende ist alles vorhanden.  

Es folgen zwei Balladen mit „Fear No More“ und „Where Lies The Truth“. Erstere beginnt natürlich sehr ruhig, nimmt im Verlauf aber Fahrt auf, obwohl der Song sehr eingängig bleibt. Wunderbare Gitarrenklänge sind zu vernehmen. Zweitere punktet mit akkustischen Gitarren, Gänsehaut-Gesang und mit Gitarren-Momenten spanischen Flairs.  

„Pitch Is Theme“ ist ein reines Instrumental mit flächigem Synthie-Start und folgender Moog-Orgel. Mit „Blank“ und „The Mode“ gehen September Code irgendwie die Ideen aus und man mischt gewohnt relaxte Passagen mit vertrackteren Parts, die aber nicht unbedingt aufhorchen lassen. Diese beiden Songs haben eher Füllmaterial-Charakter.

Dafür holt man mit „Physital“ wieder aus und erfreut den Hörer mit einem Mix aus Balladeskem und Bombast. Leicht IQ – Vibes möchte ich meinen. Das abschließende „Aftermath“ ähnelt dann einer typischen Marillion Ballade mit Steve Hogarth Gesang. Piano und Gitarre bilden die Quintessenz dieser schönen Gänsehaut-Nummer.  

September Code können bis auf die beiden Füller voll überzeugen und überraschen mit einer Vielfalt progressiven Schaffens. Von Neo-Prog bis eher alternativen Klängen ist alles vorhanden, die Melodien stehen im Vordergrund und Sänger Dim versteht es eins ums andere Mal, dem Hörer wohlige Gefühle zu vermitteln. Musikalisch kann man durchaus in der Oberliga mitspielen, was aber auch Voraussetzung für solche Art von Musik ist.  

Ich bin gespannt wohin sich die Band in Zukunft entwickelt, denn so neu und frisch sind September Code ja nicht mehr. Und bisher hat man ja noch nicht allzu viel von den Jungs gehört. Für mich gehört die Band zu den progressiven Highlights der letzten Monate. 


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