SERPENT VENOM - Of Things Seen & Unseen

 

Also mir persönlich ist ja die Retro-Welle im Doom Bereich lieber, als diese ganzen Vintage Bands.

Natürlich ist auch hier Innovation ein Fremdwort, aber die Musik berührt mich nostalgisch doch um Einiges mehr.

Serpent Venom aus Britain schicken sich an, mit ihrem Zweitling „Of Things Seen & Unseen“ eine gewichtige Rolle spielen zu dürfen, sollten die alten Heroen Sabbath, Pentragram, Saint Vitus oder auch Trouble irgendwann mal in Rente gehen.

Und mit Bands wie Serpent Venom braucht einem um die Nachfolge nicht Angst und Bange zu werden. Die Musik spiegelt genau die Trademarks wieder, die es braucht, um in die zugegebenermaßen großen Fußstapfen treten zu können. Schwerste Riffs, angelehnt an Iommi's Frühphase, dampfende Basslinien und ein Gesang, welcher stimmlich in Höhenlagen eines jungen Ozzy verkehrt, aber dennoch nicht wie eine bloße Kopie klingt. Meiner Meinung nach liegt sogar in Garry Ricketts Gesang der Pluspunkt der Band begründet, welcher das fast durchgängig gleichartig Musikalische angenehm anhebt. Zwar lässt sich die Band ab und an im Gitarrenbereich ein paar überraschende Ideen einfallen („Sorrow's Bastard“, „The Lords of Life“), alles in Allem klingen die Songs aber arg ähnlich. Ausnahme, das einminütige, blumige Akkustikgitarren-Instrumental „I Awake“, welches aber lediglich als Zwischenspiel gedacht ist.

Ansonsten regiert schwerster, schwermütiger Doom der alten Schule, dem es aber an richtigen Hits, die einem im Ohr bleiben könnten, fehlt. Gitarrist Roland Seriver, Neuzugang im Line Up, tut sein Möglichstes, den Songs etwas Abwechslung zu verleihen, richtig gelingen will das aber nicht.

So bleibt ein doch leider nur durchschnittliches Album mit durchaus möglicher Tendenz nach oben. Dafür braucht es allerdings verbessertem Songwritings, um wirklich eine Rolle spielen zu können, sollte es denn um das Erbe der Doom-Helden vergangener und aktueller Tage gehen.

Fans des Genres werden nicht enttäuscht, aber auch nicht wirklich überrascht.

Serpent Venom – ein Name, den sich old school – Doom Jünger merken sollten. Ob es reicht, der Doom Welt zukünftig seinen eigenen Stempel aufzudrücken, wird die Zeit zeigen. Notwendigerweise mit Nachbesserung im Bereich fesselnde Lieder zu schreiben.

 

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