SEVEN SPIRES - Solveig


Autor:  Kerbinator

Bewertung:  8 / 10


Tracklist:

  • The Siren
  • Encounter
  • The Siren (Reprise)
  • The Cabaret Of Dreams
  • Choices
  • Closure
  • 100 Days
  • Stay
  • The Paradox
  • Serenity
  • Depths
  • Distant Lights
  • Burn
  • Ashes
  • Reflections


VÖ: 04.08.2017

Label: SAOL

Symphonische ProgMetal-Band mit Frau am Gesang….da zieht es vielen schon die Fußnägel hoch. Zu klischeehaft beladen ist dieses Genre, so daß man immer gleich einen Nightwish, Within Temptation oder Epica Klon vermutet. 

Mit Seven Spires haben wir nun eine noch recht neue Band aus den Staaten, die grob umfasst diesen Stil spielt. Aber, dennoch sollte man hier nicht unbedingt von einem Abklatsch sprechen. Denn was die Band trotz aller symphonisch, cineastischer Merkmale auszeichnet, ist eine virtuose Instrumentalität, ohne ständig in Frickeleien abzudriften und der bemerkenswerte Gesang von Adrienne, die zwar wie ihre Kolleginnen gerne mal hohe Töne ansteuert, aber nicht diesen operettenhaften Stil bevorzugt. Im Gegenteil….die Dame kann richtig biestig, kratzbürstig kreischen, was den Songs viel mehr Rock-Intensivität verleiht.

Die musikalische Klasse von Seven Spires kommt nicht von ungefähr, denn einige der Jungs haben wohl eine spezielle musikalische Ausbildung im Berklee College of Music genossen. Das kommt den Kompositionen zu Gute, denn die Songs sprühen förmlich vor Harmonien, Melodien, aber auch Abwechslungsreichtum und Spielwitz. Und dies, ohne die Songs zuzukleistern oder den symphonischen Overflow zu verursachen.

Ach ja, das erste Album der Band nennt sich „Solveig“ und man hätte es fast ahnen können, es handelt sich hierbei um ein Konzeptalbum. Kein geringerer als Sascha Paeth (Avantasia, Kamelot) hatte letztendlich bei den Recordings noch seine Finger im Spiel, obwohl das Gerüst bereits im Vorfeld stand. Dies erklärt den tollen Sound des Albums.  

Wer also auf Konzepte in der Musik steht, dem sei gesagt, daß es sich hier um eine Story über eine Reise ein verlorenen Seele in der neo-viktorianischen Unterwelt handelt. Eine trostlose Geschichte über Eskapismus, Tod und Dekadenz. Soweit das Infoblatt. Die riecht förmlich nach theatralischer Darstellung und genauso setzen Seven Spires das um, als Drama in zwei Akten.

Neben „nur“ einfachen Symphonic Metal Stücken melodischer Art („Stay“), erlauben sich die Amis an einer Vielzahl verschiedener Stilmittel. Da gibt es mal Melodic Death Metal Spuren, die etwas an die Duette bei Epica erinnern(„Serenity“), oder staubig rockendes wie bei „The Cabaret of Dreams“.  Auch düsterere Elemente („The Paradox“) halten die Geschichte abwechslungsreich am Laufen.  

Und über allem singt Adrienne Cowan mal anmutig mit toller (ausgebildeter) Stimme, mal kratzbürstig rauh, allerdings zwischendurch auf mal übertrieben piepsig. Dennoch eine reife Leistung der Dame. Auch wenn man meint, manche Melodie irgendwoher zu kennen (ich habe beispielsweise bei einem mehrmals wiederkehrenden Themas die Melodie von Titanic im Kopf) und Seven Spires sicherlich auch einiges bei etaplierten Symphonic Acts abgeschaut haben, darf man der Band zum Debut „Solveig“ gratulieren.  

Seven Spires verpassen sozusagen einer Theateraufführung ein metallischen Gewand. Mit musikalischer Kompetent, songwriterischer Klasse und sehr gutem Gesang hebt man sich schon mit dem ersten Album angenehm von der Konkurrenz ab. Da stellt sich einem tatsächlich die Frage, ob die Band in Zunkunt dieses Niveau überhaupt halten kann. Starker Auftakt !!


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