SHADE EMPIRE - Poetry Of The Ill-Minded


Autor:  Kerbinator

Bewertung:  8,5 / 10


Tracklist:

  • Lecter (Welcome)
  • Wanderer
  • Drawn To Water / The Path
  • Thy Scent
  • Anti-Life Saviour
  • Map Of Scars
  • Treasure (In Liquid Dreams Of Mirror Universe)


VÖ: 30.06.2017

Label: Candlelight Records / Spinefarm

Um die Norweger Dimmu Borgir wurde es die letzten Jahre etwas ruhiger. Das Warten auf ein neues Album könnte allerdings diese Band wunderbar verkürzen. Shade Empire, aus Finnland, schlagen nämlich in eine ähnliche Kerbe wie Shagrath + Co. Dabei existiert die Band schon seit 1999 und hat während er Jahre bereits vier Alben am Start gehabt. „Poetry Of The Ill-Minded“ ist nun das fünfte und wird alle Fans von Dimmu Borgir, aber auch Cradle Of Filth oder Wolfheart erfreuen.

Sieben Songs haben sich Shade Empire zurecht gezimmert, davon einige in Langformat. Es wird vom Opener „Lecter (Welcome“) bis zum Endstück „Treasure (In Liquid Dreams Of Mirror Universe“) jener erhabene Blackmetal zelebriert, der durch die symphonische Ader diesen melodischen Anstrich erhält und dadurch unheimlich atmosphärisch rüberkommt. Viele Tempiwechsel, aber auch neben aggressiven Keifs ansprechender, verständlicher Gesang von Juha Harju gestalten die Kompositionen stets spannend, so daß sich diese nicht einfach mal so zum Nebenbei hören eignen.

Man muß die Lauscher schon konzentriert aufsperren, damit sich die Songs grandios entfalten können. Shade Empire ziehen diese teilweise mächtige Soundwand quer durchs Album und egal ob „Wanderer“, „Drawn To Water / The Path“ oder „Anti-Life Saviour“....die Nummern werden kein Stück langweilig, Zeugnis hochqualifizierter Songwriting Kunst der Finnen. Gerade „Anti-Life Saviour“, mit knapp 10 Minuten der längste Song des Albums, ist hier herauszustellen. Gnadenlos gut.

Aber auch die aggressiveren Stücke mit höherem Blast-u. Blackanteil wie „Map Of Scars“ oder „Thy Scent“ bieten genug Eingängigkeit, um dem Gesamtbild von „Poetry Of The Ill-Minded“ ihren Stempel aufzudrücken. Die Gitarren von Juha Sirkkiä und Aapeli Kivimäki operieren von kaltem Riffing bis zum melodiösen Solieren, eine Bandbreite die man in dieser Form wirklich nur von Dimmu Borgir kennt.

Man muß natürlich mit solcher Art von Musik was anfangen können. Wer Dimmu Borgir nicht ausstehen kann, braucht sich um Shade Empire erst gar nicht bemühen. Dennoch bieten die Finnen genügend Eigenständigkeit um sich von den Norwegern weg zu emanzipieren. Wenn die vorangegangenen Alben, die ich nicht kenne, eine ähnliche Qualität an den Tag legen, ist es eine Überlegeung wert, sich den Backkatalog der Band unbedingt mal näher anzuschauen. Vorerst erfreut man sich am neuesten Output, denn der kann wirklich was. Mehr davon bitte !