SHAKRA - High Noon



Autor:  Rainer Kerber

Bewertung:  9 / 10

Tracklist:

  • Hello
  • High Noon
  • Into Your Heart
  • Around The World
  • Eye To Eye
  • Is It Real
  • Life's What You Need
  • The Storm
  • Raise Your Hands
  • Stand Tall
  • Watch Me Burn
  • Wild And Hungry


VÖ:  29.01.2016

Label:  AFM Records

Nachdem Sänger John Prakesh im Spätsommer 2013 seinen Ausstieg aus der Band ankündigte, stand es nicht gut um die Hard Rock Institution aus der kleinen schweizerischen Gemeinde Trub (Emmental, Kanton Bern). Zum wiederholten Mal stand die Band vor dem Aus. Tja wenn. Wenn nicht ein Landsmann (Chris von Rohr, Krokus) bei Rhythmus-Klampfer Thomas Muster durchgeklingelt hätte: “… hör mal, jetzt holt sofort den Fox wieder ins Boot …”. Und genau dieser Mark Fox (bereits von 2002 bis 2009 als Sänger bei den Eidgenossen tätig) ist nun wieder auf dem nunmehr zehnten Studio-Silberling “High Noon” zu hören. Und “High Noon” ist nicht schlicht ein Album-Titel, es die Message, die Shakra hier verbreiten, es war tatsächlich “Die Stunde der Entscheidung”. 

Der Auftaktsong “Hello” zeigt gleich, wo es langgeht. Hier wird direkt losgerockt, doppelläufige Gitarren, knallende Riffs, das Schlagzeug treibt vorwärts. Dazu die unverkennbare, leicht rauchige Stimme von Frontmann Mark Fox. Im Mittelteil gibt’s ein Klasse-Gitarrensolo. Der Titelsong “High Noon” stampft vor sich hin, das Tempo wird ein wenig zurückgenommen. Eine typische Hard Rock Hymne á la Shakra. Sehr melodisch. Auch “Into Your Heart” rockt munter los. Der Refrain ist eingängig und melodisch, die einzelnen Strophen werden durch doppelläufige Riffs untermalt. Dazwischen gibt es filigrane Hooklines. “Around The World” ist eine richtige Riffwalze. Während des Gesangs werden die Riffs leicht zurückgenommen. Der Refrain ist von druckvollen Gitarren unterlegt und melodisch. Im Mittelteil gibt es einen bluesigen Gitarrenpart.

Mit bluesigen Gitarren startet “Eye To Eye”, die anschließenden Riffs erinnern mich kurz ein wenig ZZ Top, bevor dann wieder die Shakra-typischen Melodiebögen einsetzen. Auch beim obligatorischen Gitarrensolo muss ich unwillkürlich an Billy Gibbons denken. Bei “Is It Real” rocken die Schweizer wieder munter drauflos. Doppelläufig gespielte Riffs wummern aus den Kopfhörern und später dann ein richtig geiles Gitarrensolo. Ein Shakra Album ohne Ballade? Gibt’s nicht. “Life’s What You Need” setzt einen Ruhepunkt. Zunächst starten akustische Gitarren, später setzen die elektrisch verstärkten Pendants druckvoll ein. Eine wunderschöne Powerballade mit einem Wahnsinns-Gitarrensolo. Aber schon bei “The Storm” geht es wieder richtig ab, mit bratenden Gitarren und vorantreibendem Drumming.

Der Aufforderung “Raise Your Hands” werden die Fans live ganz sicher nachkommen. Ein echter Mitbang-Song, Riffs die sich in die Trommelfelle einbrennen und ein Refrain, bei dem man einfach mitsingen muss. “Stand Tall” startet mit einem Gitarren Fade-In bevor kraftvolle Riffs und Schlagzeug druckvoll einsetzen. Der hymnische Refrain kommt live sicherlich auch sehr gut an. Im Mittelteil ist ein melodischer Gitarrenpart zu hören. Auch “Watch Me Burn” startet mit einer Verbeugung vor den Rauschebärten aus Texas. Später ist dann eine Mischung aus Blues und Rock zu hören. “Wild And Hungry” könnte fast das Motto des gesamten Albums sein, wild und hungrig. Und genau so geht der Schlusssong auch ab. Noch einmal schnelle Riffs und treibendes Schlagzeugspiel, und noch einmal ist ein riesiges Gitarrensolo zu hören.

Mit “High Noon” melden sich Shakra eindrucksvoll zurück. Das Trio Muster/Blunier/Fox hat hochkarätige Songs geschrieben. Bei der endgültigen Auswahl der Songs wurden sie durch Chris von Rohr unterstützt. Letztendlich haben es diese zwölf Songs auf das Album geschafft, das wie gewohnt von Thom Blunier produziert wurde, zwölf hammerstarke Songs in modernem kraftvollem Soundgewand, darunter mit “Life’s What You Need” eine Ballade mit Gänsehaut-Feeling. Chapeau!

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