SIRENIA - The Seventh Life Path

Female fronted Metal, ein Genre, welches sich beispielsweise in Österreich, Deutschland, den Niederlanden oder den skandinavischen Ländern großer Beliebtheit erfreut. Bei SIRENIA haben wir es mit einer norwegischen Formation zu tun. Ihr Mastermind heißt Morten Veland, vormals bei Tristania in Lohn und Brot und seit der Gründung von Sirenia deren Spiritus Rector.

Mit "The Seventh Life Path" liegt nun, der Titel deutet es schon an, das siebte Album der Band vor. Aber ist Sirenia tatsächlich eine solche? Mastermind bedeutet in diesem Falle nämlich nicht nur, daß Veland das komponieren und texten übernimmt, sondern gerne auch fast alle Instrumente im Alleingang einspielt. Dabei hat er mit Gitarrist Jan Erik Soltvedt und Schlagzeuger Jonathan A. Perez doch veritable Musiker an der Hand. Und dann ist da natürlich auch noch Sängerin Aylin, die im Gegensatz zu vielen ihrer Kolleginen in diesem Genre nicht Sopran singt, sondern mit klarem Gesang die Geschichten über Leben, Tod, Paranoia etc. interpretiert.

Dem obligatorisch bombastischen Opener "Seti" folgt mit "Serpent" gleich ein Musterbeispiel für den Sound von Sirenia, sieht man vom verspielten Intro mit der künstlich verfremdeten Stimme der Spanierin einmal ab. Treibende Drums, kraftvolle Gitarrenriffs, eingestreute männliche Growls und orchestraler Bombast prägen den Sechseinhalbminüter.

In die gleiche Kerbe schlägt auch "Once My Light", welches die Skandinavier mittels eines Video Clips auch visuell umgesetzt haben. Das Problem an dieser Platte: Sie ist nahezu komplett nach diesem Muster gestrickt, den Hörer erwartet kaum einmal eine überraschende Wendung.

Aylin's Gesang wird fast durchgehend mit Hall belegt, der Synthesizer wummert beständig im Background und die Chorpassagen nehmen sich gegenseitig auch nicht viel. Das alles bewegt sich auf einem ordentlichen Niveau, die musikalische Qualität ist über jeden Zweifel erhaben. Die Produktion dürfte aber gerne die ein oder andere Ecke oder Kante aufweisen, um dem allzu rund geschliffenen Hörerlebnis die ein oder andere spezielle Note zu verleihen.

Immerhin: In "Earendel" streuen Veland und Co. doch tatsächlich eine Prise französisches Flair. Das tut nicht nur diesem Song, sondern dem gesamten Longplayer gut. Davon wünscht man sich im Verlauf des Werkes etwas mehr.

Die Songs sind recht lang, abgesehen von "Seti" bewegen sie sich alle zwischen knapp fünf und über acht Minuten und man muß schon aufpassen, daß man das Ende des einen und den Beginn des nächsten Tracks nicht verpasst. Denn die Aufmerksamkeit kann unter der Länge durchaus leiden. Hier wäre ab und zu etwas weniger wohl mehr gewesen.  

Das Cover erweist sich als typisch für diese Ecke des Metal. Der Sensenmann holt sich vor der Kulisse einer Tempelruine ein in unschuldiges Weiß gewandetes Kind, welchem die Zeit in Form einer Sanduhr förmlich durch die Hände rinnt. Sehr schön illustriert.  

Am Ende des Tages hält man ein solides, handwerklich gut gemachtes, aber nicht völlig überzeugendes Album in den Händen. Freunde des dunklen, symphonischen Gothic Metals werden damit ihren Spaß haben, weniger Genre - affine Zeitgenossen aber werden sich von "The Seventh Life Path" wohl nicht von dieser Art Musik überzeugen lassen.    


Bewertung:

Kommentare: