[SOON] - Better Days

Fünftes Album der Hamburger Rocker [Soon]. „Better Days“ heißt die neue Scheibe und das Trio bewegt sich darin in der Schnittmenge von modernem Rock und (leicht progressivem) Hard Rock. Modern deshalb, da sich die Gitarrenarbeit von Lenny nicht in typischer Hard Rock Manier orientiert, sondern eher in Richtung Alternative Rock tendiert.

Keyboards spielen bei [Soon] eine untergeordnete Rolle und tauchen nur ab und an als ergänzendes Stilelement ein, wie beispielsweise am Anfang des Openers „Rather in your Mind“. Sänger Eric besitzt eine angenehme, recht klare Stimme, die allerdings ruhig mal öfters aus sich rausgehen dürfte, wie sich im Verlaufe des Albums zeigt. Der Gesang passt zwar gut zur Musik der Band, kommt aber in manchen Passagen doch recht dünn.

Dafür zeigen die Hamburger viele Facetten der Rockmusik-Kunst. Nach einer schönen Gitarrenmelodie am Anfang, geht „Empty Promises“ zum Beispiel einen etwas düstereren, mystisch elegischen Weg. Oder bei „Blessing in Disguise“ wechseln sich nach zärtlichem Einstieg balladeske mit flotteren Passagen ab.   

[Soon] zeigen immer dann ihre ganze Stärke, wenn die Refrains richtig greifen und sich somit im Gehirn einprägen, wie es bei Titelsong oder bei „Truth“ der Fall ist. Letzteres beginnt verhalten und steigert sich in eben diesem Refrain zu einer auflebenden, tollen Rock-Nummer. Aber [Soon] können noch mehr. Wie „Against the Grain“ am meisten verdeutlicht. Violinen-Intro folgt elegischer Gesang, durch den Gitarreneinsatz bekommt der Song einen dramatischeren Verlauf und man endet mit einer wahren Progressive Rock Gitarrenmelodie. Starkes Teil !

Mit „Attempts to Deceive“ hat man dann noch den härtesten Song des Albums im Gepäck. Nachdem der Radiosender zu Beginn richtig eingestellt ist, knallt Lenny ein richtig hartes Riff raus und der teils verzerrte Gesang tut sein übriges dazu. Auch in diesem Song finden wir Spuren von Synthie-Begleitung wieder.   

Die knapp zweiminütige Ballade „Out of Mind“, die nur aus Piano und Gesang besteht, beendet letztendlich das Album entspannt.   

Fünf Alben und mehr als 400 Konzerte. Man merkt [Soon] die Erfahrung durchaus an. Das Songwriting und die Umsetzung lässt keine Zweifel an der musikalischen Kompetenz der Band. Mit „Better Days“ verabreicht man der Gemeinde ein schön abwechslungsreiches Rockalbum modernerer Ausrichtung mit progressiven Zügen, welches sicherlich einen weiteren Schritt nach vorne bedeuten kann oder wir. Kritikpunkte gibt’s eigentlich so gut wie keine, wenngleich man so den ein oder anderen richtigen Hit vermisst. Und der Gesang darf durchaus in Zukunft etwas präsentere, voluminöser rüberkommen. Ansonsten, alles stimmig.

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