SOULHEALER - Bear the Cross

 

….und der Skelett-Mensch mit Zylinder ist wieder unterwegs. Bereits zum dritten Mal, als Maskottchen der Finnen Soulhealer. Das neue Werk, welches unser Gerippe auf dem Albumcover ziert, heißt „Bear the Cross“ und das Artwork überzeugt mich diesmal nicht so ganz wie auf dem Vorgänger „Chasing the Dream“. Spielt aber keine Rolle, denn was zählt ist die Musik und diese war beim letzten Mal ja äußerst erfreulich (wie an anderer Stelle im Review von „Chasing the Dream“ nachzulesen !).

Los geht’s mit „Unleash the Beast“ mit einem Gitarrenpart, der etwas an „Pilot of Earth“ von Mob Rules erinnert. Auch ist die Musik ähnlich der älteren Alben der Wilhelmhavener gelagert. Irgendwo zwischen purem Heavy Metal und „fröhlicherem“ Power Metal, der Gesang von Jori Kärki kann im Aufbau des Songs überzeugen, flacht aber im Refrain leider etwas ab. Qualitativ aber trotzdem ein schmissiger Opener.

Nach gediegenem Intro kommt der Titelsong dann um einiges metallischer um die Ecke. Aber auch hier ist eher der Refrain der Schwachpunkt. Irgendwie hat Jori keine geeignete Stimme für Refrains. Lässt man diesen Umstand außer Acht, kann man sich an melodischem Heavy Metal der besseren Art erfreuen. Vor allem die abweschslungsreiche Gitarrenarbeit von Teemu und Sami, mit Gitarrenduellen, manchen Wah Wah Verzerrungen und angetippten Läufen gefällt.

Der Melodiefaktor bleibt gleichbleibend hoch, egal ob die Songs mehr catchy wirken („The Journey Goes On“) oder härtere Töne angestimmt werden („Blinded by the Light„ - fast schon old school US Metal !!)

Die Songs stehen und fallen aber halt mit der Stimme. Und hier gibt es leider zu viele Ungereimtheiten zu hören. Zum Beispiel verursachen die Vocals in „Fall From Grace“ fast schon Schmerzen, vor allem die hohen Screams. Musikalisch einwandfrei, kippt so der Song nach hinten. Auch die Halb-Ballade „Thorns in my Heart“ ist in selbem Maße somit eher verzichtbar.

Andererseits passt der Gesang dann wieder, wie bei „Dead Man Walking“....komisch, aber Jori's Stimme präsentiert sich auf dem Album in ständigem Auf und Ab. Gerade „Dead Man Walking“ mit seiner etwas traurigen Grundausrichtung kann aber voll und ganz glänzen, das Tempo wird variiert, es wird exzellent soliert und auch der Refrain wirkt sehr stimmig.

Auch das schnelle „Revealed“ kann mit feinsten Gitarrenparts positiv punkten. Hier wird die Stärke von SoulHealer endlich massiv ausgespielt. Der Refrain sitzt aber erneut nicht perfekt.

Der mit einem Hauch Epik umwehte Abschluß-Track „Settle the Score“ plätschert die ersten 2 ½ Minuten etwas vor sich hin, bevor ein Break des Song die entsprechende Würze einverleibt. Ab diesem Zeitpunkt geht es famos zur Sache, was erneut den fantastischen Gitarristen geschuldet ist.

Wäre schön gewesen, wenn man von Anfang an so losgelegt hätte. Alles in Allem aber ein guter Ausklang.  

Leider fällt „Bear the Cross“ im Vergleich zum Vorgänger etwas zurück. Spieltechnisch ist alles im grünen Bereich und auch im Songwriting macht die Band vieles richtig. Die Umsetzung, ich muß es so deutlich sagen, scheitert aber oftmals am Gesang. Dieser Makel fiel bei „Chasing the Dream“ definitiv noch nicht ins Gewicht, gerade aber die Parts, welche höhere Gesangslagen verlangen...und davon gibt es diesmal einige...brechen dem Album irgendwie das Genick.

Vielleicht sehe ich dies zu subjektiv und verbohrt....man sollte sich seine eigenen Meinung bilden.

Schlecht ist die Musik ja definitiv nicht !!

 

Bewertung: