SOUND STORM - Vertigo


Autor:  Kerbinator

Bewertung:  5 / 10


Tracklist:

  • Vertigo
  • The Dragonfly
  • Metamorphosis
  • Forsaken
  • Original Sin
  • The Ocean
  • Spiral
  • Gemini
  • Alice
  • The Last Breath


VÖ:  02.12.2016

Label:  Rockshots Records

Betrachtet man die Aufmachung dieses Albums, ist man geneigt zu glauben, man hätte hier ein Meisterwerk in den Händen. Und auch die Labelinfo macht einen glauben, daß dem so ist. Aber...es ist es leider nicht. Die Rede ist von „Vertigo“, dem neuen Opus der Italiener Sound Storm. Italiener ? Ja, da klingelt's. Es gibt eine Vielzahl von italienischen Bands, die mit symphonischem Metal zu imponieren versuchen und oftmals in diesem Versuch steckenbleiben. Den Italienern liegen halt irgendwie opernhafte, symphonische Klänge im Blut, was sicherlich auch an den großen Komponisten der Vergangenheit wie Verdi oder Puccini liegt. Die Umsetzung ist eine ganz andere Sache, denn zu schnell verzettelt man sich in schwülstiger Überfrachtung und die Homogenität geht flöten.  

So schaffen es nur wenige Bands, die Melange von Metal und Symphonien auf solche Weise zu interpretieren, daß dabei ein großes Ganzes darauf wird. Sound Storm gehören hier, trotz allen Bemühens nicht dazu.  

Natürlich weisen alle Songs die typischen Elemente auf, die ein solches Symphonic Metal Album braucht, aber bis auf weige Ausnahmen leidet darunter das Kernelement....der Song. Wo die Reise hingeht erfährt man schon im Eröffnungsinstrumental „Vertigo“. Und im Folgenden „The Dragonfly“ offenbart sich dann die komplette Spielwiese von Sound Storm. Zunächst positiver Weise mit harten Gitarren, dann aber recht schnell übergehend ins operettenhafte mit Elfenstimme und Streichern bzw. Keyboards satt. Man kann nicht sagen, daß Sänger Fabio Privitera keine gute Stimme hätte. Denn in seinen besten Momenten klingt er durchaus ein wenig wie ex-Kamelot Sänger Roy Khan. Aber dominiert werden die Gesangslinien meistens durch sehr hohe Stimmen, Chöre und Elfengeträller.  

Auch die Keyboardistin, Elena Crolle, kann sicherlich was, hat aber gegen die vielen Orchestrierungen letztlich keine echte Chance. Außer ihren Piano Parts in balladesken Momenten wie bei „Original Sin“ bleibt somit nicht viel hängen. Insgesamt kann man sagen, daß die Musiker eine recht gute Figur machen, auch die Gitarristen, aber zu selten übernehmen sie eine führende Rolle. So ist es dem letzten Song „The Last Breath“ vorbehalten, den Hörer etwas zu versöhnen. Denn die Abschlußnummer brilliert mit gutem Gitarrenthema, leicht spacigen Klängen und trotzt aller Theatralik mit Songqualität. Solche Songs hätte es vorher einfach eher gebraucht.  

Bleibt also festzuhalten, daß wir es bei Sound Storm's dritten Album mit einer zwar stark inspirierten aber einfach zu langweilig umgesetzten Metal-Oper zu tun haben. Überhaupt ist in diesem Genre mittlerweile eigentlich eh alles gesagt und außer den Platzhirschen Avantasia und Ayreon erscheint hier selten Brauchbares. Für Leute, die symphonische Elemente in ihrem Metal über alles lieben kann auch dieses Album eine gute Alternative darstellen und immerhin haben Sound Storm in Italien anscheinend ihr Vertigo Thema auch in einer TV Serie untergebracht. Dafür scheint's also geeignet zu sein. Mir ist's zu klebrig und langweilig. Schade, denn das Bemühen der Band ist deutlich erkennbar.