STARBYNARY - Divina Commedia: Inferno


Autor:  David Kerber

Bewertung:  6 / 10

Tracklist:

  • The Dark Forest (Canto I)
  • Gate Of Hell (Canto III)
  • In Limbo (Canto IV)
  • Paolo e Francesca (Canto V)
  • Medusa and the Angel (Canto IX)
  • Seventh Circle (Canto XII-XIII-XIV)
  • Malebolge (Canto XVIII
  • Soothsayers (Canto XX)
  • Ullysse's Journey (Canto XXVI)
  • The Tower of Hunger (Canto XXXII-XXXIII)
  • Stars (Canto XXXIV: I Lucifero, II Cosmo, III Finally Ascendant)


VÖ:  03.02.2017

Label:  Revalve Records

Dante Alighieri’s La Divina Commedia diente schon einigen Musikern als Inspiration, so gibt es von Tangerine Dream eine elektronik-opernhafte Version, eine Version als Progressive Rock Projekt sowie eine Metal-Version von Black Jester (um nur einige zu nennen). Nun wagten sich also Dantes Landsleute von Starbynary an den Stoff und vertonten den ersten Teil der Trilogie.

In diesem Teil muss Dante auf der Suche nach seiner Geliebten Beatrice die neun Kreise der Hölle durchqueren. Hilfe erhält er dabei vom römischen Dichter Vergil, der ihm den Weg zeigt. Vergil, der von Beatrice geschickt ist, gilt Dante dabei als personifizierte Weisheit.

So viel zum Inhalt, wer tiefer in die Materie einsteigen möchte, kann sich im Internet informieren oder sich das Buch bestellen (und lesen).

In musikalischer Hinsicht wird, wie bei vielen anderen italienischen Bands, astreiner Powermetal geboten. So beginnt „The dark forest“ zunächst ruhig, steigert sich dann aber mit Doublebass, harten, teils sogar thrashigen Gitarrenläufen, starkem Gesang, inklusive Chor, und reichlich Keyboards zu einem genretypischen Metalsong. Tempowechsel von hart bis episch geben dem track noch eine progressive Schlagseite.

„Gate of hell“ geht in die gleiche Richtung, nur statt des Chores wird diesmal eine Sopran- und eine Growlstimme aufgefahren. „In limbo“ und „Paola e Francesca“ sind überwiegend balladesk gehalten, warten aber mit gelegentlichen Powermetalauswüchsen auf. Und (fast) genauso geht es bis zum Schluss weiter.

Was das Album etwas schwer verdaulich werden lässt, ist die immer gleiche Songstruktur und das Fehlen einprägsamer Refrains. Somit wird Divina Commedia: Inferno genau wie die literarische Vorlage: Schwere Kost für Freunde der leichten Muse und eine Herausforderung für den geübten Konsumenten anspruchsvoller Kunst. Dass man anspruchsvolle Literatur auch massentauglich vertonen kann, hat z. B. Rudolf Volz mit seiner musikalischen Umsetzung von Goethes Faust schon bewiesen. Hier bleibt leider ein zwiespältiges Gefühl. Solche Projekte haben oft viel Potenzial, doch kann man davon auch viel verschenken. Hier wäre weitaus mehr drin gewesen, sehr schade.

Fazit: Geeignet für Musik-Connaisseure (und solche, die es werden wollen).


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