STEELMADE - Love Or A Lie

Wer hinter dem Namen Steelmade eine beinharte Metalband erwartet, wird in die Irre geführt. Vielmehr spielen die aus Kreuzlingen stammenden Schweizer recht harmlosen Hard Rock, der leider an vielen Stellen auch ziemlich zahnlos ertönt. Dies liegt vor allem an dem dünnen Gesang des Vokalisten Jack, der aber mittlerweile aus der Band ausgestiegen ist. Da er aber eben auf dem neuen Album „Love Or A Lie“ singt, spielt er halt in der Betrachtung hier die größte Rolle.

Dabei gibt es einige gute Ansätze in den 11 Songs des Albums. Leider präsentiert sich aber bereits der Opener „Even Gods Have Enemies“ mit seinem etwas modernen Anstrich, dem irgendwie komischen Refrain und der oben erwähnten dünnen Stimme als nicht gerade idealer Einstieg in das Album. Auch das darauffolgende „Stay“ glänzt nicht gerade durch sein Elektro-Intro, dem verträumt verklärten Gesang. Immerhin präsentiert Gitarrist Jadro hier ein souveränes, gut verdauliches Rock Riff.

Aber zu ihren eidgenössischen Kollegen der Hard Rock Zunft fehlt doch ein großes Stück Qualität, so daß Gotthard, Shakra und Co beruhigt zuhören können. Die Wachablösung folgt zumindest durch Steelmade nicht. Gerade wenn die Band ins Balladeske abdriftet, wird’s doch arg schwach. „Revolution“ legt mit typischem Piano-Intro los und wird auch im Verlauf des Songs wenig druckvoll und wirkt eher bieder denn gänsehauterzeugend. Genauso ruhig geht’s mit „Without“ weiter. Etwas folklastiger, tut keinem weh, erregt aber auch kein Aufsehen.  

Bei „Desire and Love“ wird die etwas düsterere und dadurch erwartungsfrohere Grundstimmung durch grauenhafte Gesangsleistung total niedergeschmettert. Ein Midtempo Rocker, den Steelmade dadurch richtig versemmeln.  

So richtig ab geht’s auch im Rest des Albums nicht mehr. Eher schweifen Steelmade sogar in poppige Gefielde ab, wie bei „We Are Bizarre“, das wie eine flotte Kiddie-Nummer klingt oder „Sweet Lady“, ein Song der mit Hard Rock aber auch gar nichts mehr zu tun hat. Ausgeglichen, entspannt...ja, aber rockige Elemente fehlen völlig.  

Da kann der Titelsong „Love Or A Lie“ dann doch eher noch punkten mit einem Wechselspiel von verklärt mystischen Klängen und rockigen Auswüchsen. Auch der melodische Refrain sitzt hier besser. Davon hätte man sich auf dem Album mehr gewünscht. Auch das flotte „Killing Me“ setzt noch einmal ein Ausrufezeichen und beweist, daß Steelmade durchaus qualitativ gut rocken können, wenn sie straight und ohne Schnörkel zur Sache gehen. Ob der Elfengesang zum Schluß hätte sein müssen, bleibt allerdings dahingestellt. Mit einem unscheinbaren Instrumental („Edda“) klingt das Album dann wenig zwingend aus.

Das Album von Steelmade ist eine halbgare Angelegenheit geworden. Hauptsächlich der wirklich nicht gute Gesang zieht das Gehörte runter, aber auch viele zu arg poppige Elemente stoppen die Hard Rock Szenerie zu oft und abrupt. Hinzu kommt noch ein wenig anspruchsvolles, irgendwie primitives Albumartwork. Mal sehen, wie die Schweizer mit dem mittlerweile neuen Sänger rüberkommen. Aber auch musikalisch muß die Band dringend an einigen Stellschrauben drehen.


Bewertung:

Kommentare: