STICKY BOYS - Calling The Devil









VÖ:  27.01.2017

Label: Listenable Records

Tracklist:

  • In Confidence
  • Better Days
  • Good Morning Sunshine
  • Tough Machine
  • The Lonely Tree
  • The Vision
  • An Afternoon In The Park
  • Ready To Go
  • The Dog Is Going Out
  • Real People
  • Calling The Devil
  • Drifting Away
  • She Won't Let Me In
  • Elvis 666


Beim Namen Sticky Boys vermutet man sofort eine sleazige Rock'n Roll Band, die nicht unbedingt Trübsal blasend durch die Weltgeschichte turnt. Und ja, die Sticky Boys sind eine Rock'n Roll Band, aber nur bedingt sleazy. Eher ist man im typischen Rotz'n Roll der Hellacopters, Imperial State Electric Klasse unterwegs. „Calling the Devil“ heißt das neueste Werk der Jungs und beim Blick aufs Cover vermutet man eher eine Fun-Blackmetal-Kapelle. Sinn für Humor scheint die Band aus Paris wohl zu haben. Das französische Trio teilt sich anscheinend den Gesang, so daß es mir nicht möglich ist, zu sagen, wer die primäre Vokalarbeit auf dem Album übernommen hat. Fakt ist aber, daß der Gesang angenehm dreckig, um nicht sogar zu sagen „versoffen“ rüberkommt. Also nix mit „wimpy“ Stimmchen und Anbiederungen an die Frauenwelt (sorry !).  

Das legt einem „Better Days“, der erste Song nach einem einminütigen Intro („In Confidence“) sogleich dar. Schöne, schnörkellose Rock-Riffs der Australien-Schule meets Schweden-Rotz. Man sieht förmlich die Gitarre(n) tiefer auf den Knien hängen und die Jungs sonnenbebrillt abrocken. So geht’s erst einmal mit „Good Morning Sunshine“ weiter, bevor man bei „Tough Machine“ auch aufgrund des knarzigen Bassspiels an Motörhead erinnert. Natürlich ohne gesanglich eines Lemmy's würdig zu sein. Trotzdem eine gute Nummer, die durchaus Nostalgisches birgt.

Bei „An Afternoon In The Park“ bringen die Sticky Boys dann erstmals so etwas wie Lagerfeuerstimmung ins Haus. Dies liegt vor allem an der Akkustik-Gitarre und dem teils mehrstimmigen Pfadfindergesang. Hierzu lässt sich sicherlich am Feuer gemütlich das ein oder andere Lager zu Gemüte führen.  

Leider nehmen die zwei folgenden Songs dann etwas die Freude. „Ready To Go“ klingt stark nach 70er Glam Rock der Marke Sweet. An sich ja nichts Schlechtes, aber im Kontext dieses Albums doch eher ärgerlich. Zu fröhlich, zu hip wirkt die Nummer und der Refrain einfach nur banal. Auch „The Dog Is Going Out“ knüpft daran an und spiegelt aufgezwungene Fröhlichkeit wieder. Der Druck auf die Skip-Taste folgt unweigerleich.  

Zum Glück ist dieser schlechte Umgangston bei „Real People“ wieder vorbei und die Sticky Boys besinnen sich auf ihre guten Werte. Ähnlich wie bei den beiden Eröffnungsstücken wird amtlich gerockt und geraucht. Bei „Calling the Devil“, dem Titelstück, hauen die Jungs das härteste Lied raus, geht toll in die Beine.

Bleibt nur noch die Akkustik-Country-Ballade „Drifting Away“, recht nett aber unspektakulär, sowie die beiden fröhlichen Funny-Rock-Songs „She Won't Let Me In“ (schade !!) und „Elvis 666“, die leider auch etwas die coole Grundlage des Albumanfangs verwässern.

Unterm Strich ein recht gutes Rock'n Roll Album mit einigen saucoolen Songs, aber auch ein paar weniger gelungenen Momenten. Somit bleibt Ansporn genug für die Sticky Boys, ihren musikalischen Grudsatz zu überdenken und in Zukunft (hoffentlich) durch die Bank zu überzeugen.


Autor:  Kerbinator

Bewertung6 / 10

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