STRIKER - Striker


Autor:  Kerbinator

Bewertung:  8 / 10


Tracklist:

  • Former Glory
  • Pass Me By
  • Born To Lose
  • Cheating Death
  • Shadows In The Night
  • Rock The Night
  • Over The Top
  • Freedom's Call
  • Curse Of The Dead
  • Desire


VÖ:  24.02.2017

Label:  Record Breaking Records

Fleissig, fleissig sind sie, die Kanadier Striker. Ziemlich genau ein Jahr nach Veröffentlichung ihres vierten Geschosses „Stand In The Fire“ gibt’s bereits das nächste Album, schlicht „Striker“ betitelt. Zierte den Vorgänger noch ein zwar plakatives, aber recht farbenfrohes Metal-Artwork, kommt das neue Album fast schon schlicht in schwarz-weiß und auch das Innenleben, sprich Booklet lässt ausser schwarz auf weiß gedruckten Lyrics und einem Bandfoto nichts zu. Zuerst dachte ich, das Produkt in meinen Händen wäre eventuell noch von der Aufmachung her eine Rohfassung. Aber dem scheint nicht so zu sein, es handelt sich doch schon um das Endprodukt.

Okay, ausgiebiges Touren nach dem letzten Album und nur ein Jahr dazwischen....da verschwendet man eben keine Zeit für unnütze Dinge und konzentriert sich auf die Songs, recht so. Und die neuen 10 Stücke können das Niveau von „Stand In The Fire“ locker halten, aber nicht unbeding ausbauen. Startete das Vorgängeralbum noch furios mit drei echten Knallern und flachte danach leicht ab, so ist es diesmal genau umgekehrt. Der Opener „Former Glory“ ist zwar ein echter straighter Metalsong mit eingängigem Refrain, einen fulminanten Einstieg wie zuletzt „Phoenix Lights“ bekommt man aber damit nicht hin. Solide würde ich behaupten, aber nicht überragend. Auch auf sponaten Saxophon-Einsatz, wie beim letzten Album muss man diesmal verzichten. Gott sei Dank, werden die einen sagen, Schade – die anderen. Fakt ist, daß Striker bereits mit „Pass Me By“ eine Schippe drauflegen und in gewohnt grossartiger Manier weiterrocken. Der Song ist mit Gang Shouts, die hart und fast punkig wirken, versehen und die wirbelnden Gitarrensoli zeigen, wo der Kanadier seien Ahornblätter hängen hat.  

Im Großen und Ganzen läuft das neue Album mit mehr Spuren melodischen Power Metals ab, gerade was die Refrains betrifft ist man doch sehr eingängig und mitsingbar unterwegs. Wie bei „Born To Lose“ trifft man meist auf mehrstimmigen Refrain und sehr gute Gitarrenarbeit. Umstände, die fast jeden Striker Song ausmachen. Da kann auch ein kurzen atmosphärisch düsteres Zwischenspiel („Cheating Death“) nichts dran ändern – Nummern wie „Shadows in the Night“ besitzen erhöhtes Hit-Potential.  

Dan Cleary singt nach wie vor begnadet gut mit seiner powervollen, recht hohen Metalstimme und holt ab und an zu High Pitched Screams aus, wie bei „Curse of the Dead“. Gitarrist Tim Brown rifft und feuert eine Granate nach der anderen ab. Der Junge spielt auf sehr hohem Level. Das Drumspiel von Adam Brown ist diesmal nicht so dominant wie noch bei „Stand in the Fire“ sondern ordnet sich weitestgehend songdienlich ein.  

Ansonsten liefern Striker das ab, was man von ihnen erwartet. Frischen, meist schnellen Heavy(Power-)Metal mit super eingängigen Rhythmen, tollem Gesang und hochwertiger Instrumentalarbeit. Von kleineren Schmankerln mal abgesehen, wie den tiefer gestimmten Gitarren bei „Over the Top“ oder dem mit Sirenen untermalten Ozzy Osbourne Cover-Versuch „Desire“, der doch stark an Hair-Metal erinnert,  machen Striker genau da weiter, wo man mit „Stand in the Fire“ aufgehört hat. Die Kanadier stehen ganz kanpp vorm endgültigen Durchbruch und der sollte mit solchen Kalibern doch wirklich gelingen.  


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Stand In The Fire (Review)

Interview mit Dan Cleary

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