SUBROSA - For This We Fought The Battle Of Ages

Und wieder erreicht mich das Album einer Band, von der ich vorher noch nie etwas gehört hatte. Dieses mal aus Salt Lake City und in einer schlichten, aber hübschen Aufmachung verpackt.  

SubRosa nennt sich die Band und spielt Stoner-/Doom mit Frauengesang. SubRosa sind so neu nicht und haben bereit ein paar Alben auf den Markt geschmissen. Das neueste hört auf den Namen „For This We Fought The Battle Of Ages“ und wurde via Profound Lore, einem geschmachssicheren Label, veröfftentlicht.

Die Songs von SubRosa sind in allesamt ellenlang. 15-Minuten-Epen sind somit keine Ausnahme. Dementsprechend langsam fließt die Musik aus den Boxen. Den Gesang teilen sich gleich mehrere Damen so wie ich das sehe, hauptsächlich allerdings bedient wohl Rebecca Vernon neben der Gitarre das Mikrofon. Großartige Unterschiede in der Vocal Performance gibt’s eh nicht zu vermelden und somit könnte der komplette Gesang auch von einer Person stammen.  

Los geht’s mit „Despair is a Siren“. Und mit 15:25 Minuten holen SubRosa schon zu Beginn den ersten Longtrack raus. Der Song beginnt mystisch und düster, eben doomig bis halbakkustische Bass-Sounds ertönen und ein heftiger Ausbruch die Lethargie zerbricht. Doch die Band kehrt zurück in den langsamen Takt und Violinen geben nun diesen an. Violinen spielen eine große Rolle im Sound von SubRosa, wie die folgenden Songs noch zeigen werden und daher hat man mit Sarah Pendleton und Kim Pack gleich zwei Violinistinnen in den Reihen. Zum Ende hin wird der Song etwas bombastischer und leicht chaotischer, bevor er mit elegischen Zügen endet.

„Wound of the Warden“ bietet danach immerhin über 13 Minuten an. Auch hier beginnt der Song eher verhalten , bevor harte Fuzz-Gitarren und sogar Growls den Härtegrad nach oben schrauben. Der Gesang an sich ist rauher hier, auch wenn die Violinen immer eine gewisse Traurigkeit zelebrieren.  

Im Prinzip sind die folgenden Songs ähnlich geartet und aufgebaut. Und nur in Nuancen sind kleinere Feinheiten zu entdecken. So bietet „Black Majesty“ Töne eines französischen Horns, „Il Cappio“ Versatzstücke einer japanischen Zither und „Killing Rapture“ zusätzlich höhere Gesangspassagen, welche die Szenerie auflockern.  

Hier liegt aber auch ein gewisser negativer Aspekt begründet. Ist man von den ersten 2-3 Songs noch fasziniert, ob der dichten, tief traurigen Atmophäre, die dich in den Abgrund stoßen kann, wenn du nicht aufpasst, so stellt man im Verlauf des Albums fest, daß es zwar dabei bleibt, aber auch nichts außergewöhnlich Anderes mehr passiert.  

Der Gesang, die Violinen, die gelegentlichen Ausbrüche...alles sehr anständig präsentiert und ausgedacht. Die Gefahr, daß sich zum Ende hin Langeweile beim Hören einschleicht ist allerdings hoch. Jeder Song für sich kann absolut punkten, im Gesamtbild des Albums fehlt es leider etwas an Abwechslung.  

Trotzdem kann man SubRosa Freunden melancholischer, düsterer und depressiver Klänge durchaus ans Herz legen, die Band kann was. Und der Gesang ist wirklich ansprechend und fern von Träller-Elsen Gejodel. Jetzt, wo der Herbst vor der Tür steht ist „For This We Fought The Battle Of Ages“ ein ideales Album, um sich auf längere Dunkelheit, Kälte, graue Landschaften einzustimmen. Sonnenanbeter machen besser einen Bogen, um nicht in Verzweiflung zu enden. Trotz aller Längen ein interessantes Album. 


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