SUBORNED - From Space


Ja ja....man sollte sich doch ab und an auch das Booklet zur Hand nehmen, wenn man ein Album anhört. Erwischt !! Da hatte ich die Scheibe von Suborned schon zwei Mal in Rotation, bis ich beim Blick ins Booklet merkte, daß bei den Schweizern ja eine Dame für die Screams verantwortlich zeichnet. Und eine hübsche noch dazu....Lucie mit Namen und stimmlich irgendwo in der Gegend von Overkill's Bobby und Destruction's Schmier angesiedelt.

Das erste Vollzeit-Album nennt sich „From Space“ und bietet Thrash Metal, der auch musikalisch dem Ostküsten-Thrash von Overkill oder auch Destruction nicht unähnlich ist.   

Bestes Beispiel hierfür gleich der Opener „Hit It“, der erbarmungslos nach vorne prescht, gitarrentechnisch adäquat geschreddert von Valentin Mössinger. Zwischendurch wird auch mal der Fuß vom Gas genommen und mit Slo-Mo Riffs gearbeitet. Die Quintessenz liegt aber eindeutig auf Schnelligkeit und „Voll auf die Fresse“-Screams und Gangshouts.

Produzent V.O. Pulver (manchem vielleicht noch von Poltergeist bekannt) hat in seinen Little Creek Studios einen amtlichen Sound geschmiedet, der für Thrash-Verhältnisse keine Wünsche offen lässt.

Daß die Gitarre auch durchaus frickelig zu Werke gehen kann, beweist der Anfang des Titelstücks „From Space“ und die kurzen Soli zwischendurch. Ansonsten kommt der Song noch weitaus brutaler rüber, als der Opener. Lucie begibt sich fast schon in Growl-Regionen. Stefan's Drums zerfetzen alles und Raymond's Bassspiel kommt klasse. Fabelhaftes Gewitter – die Außerirdischen sind gelandet !  

Vor diesem Album konnte man bereits eine EP veröffentlichen. Von dieser EP wurden zwei Songs („Hazardous Substance“ und „Demon“) mit übernommen. Diese passen hervorragend zu den neuen Songs, die trotz der thrashigen Grundausrichtung durchaus auch abwechslungsreich sind. Man höre nur den Midtempo-Stampfer „Bitch“ mit herrlich gossenartigem Refrain. Schmutzig und anrüchig – mensch Lucie, wie kannst du nur ?

Wie bereits erwähnt fährt man zumeist in Wassern von Overkill („Under the Yoke“) oder Destruction („Sexolence“, „Simply Darwin“). Schmier wird auch als erstes in der Thankslist erwähnt, somit sicherlich ein großer Einfluss für Suborned.  

Aber es bleibt erfreulicherweise festzuhalten, daß hier nicht einfach bloß abgekupfert wird, sondern eigene Trademarks, wie beispielsweise melodische Gitarrenthemen im Malmsteen-Stil eingefügt werden, so daß die Songs trotz aller Aggressionen und Semi-Brutalitäten durch die Bank aufhorchen lassen.

Dagegen wirkt „Demon“ allerdings etwas zu stumpf und einfallslos. Diesen Song hätte man auf der EP lassen und gegen einen neuen austauschen sollen und auch dem abschließenden „My Step“ fehlen etwas die Ideen. Diese scheinen Suborned zum Ende hin etwas ausgegangen zu sein . Aber...nun gut. Es kann nicht alles auf Anhieb passen bei einem Debut.   

Fakt ist:  Suborned haben mit „From Space“ eine flotte Sohle auf's Parkett gelegt. Die Bandflagge darf zurecht gehisst werden, von einer anderen Welt ist die Musik verständlicherweise aber nicht.

Der Mix aus netten musikalischen Ideen und Kompromisslosigkeit kann voll und ganz überzeugen, Anleihen an Overkill, Destruction und ab und an auch Slayer sind den Schweizern dienlich und fallen absolut nicht negativ ins Gewicht.

Tolle Punktlandung !!


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