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Synaptik - Justify & Reason
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SYNAPTIK - Justify & Reason


Autor:  Kerbinator

Bewertung:  9 / 10

Tracklist:

  • The Incredible Machine
  • White Circles
  • Human Inhuman
  • Conscience
  • Esc Ctrl
  • A Man Dies (Bonus)
  • As I Was, As I Am (Bonus)
  • Your Cold Dead Trace (Bonus)


VÖ:  10.03.2017

Label:  Snakes On Fire Records

Synaptik sind eine noch recht frische ProgMetal Band aus UK, die sich 2012 aus den Bands Fifth Season, Inner Sanctum und Twisted Autumn Darkness zusammengefunden hat. Mit „Justify & Reason“ legt die Band nach dem Debut „The Mechanisms of Consequence“ von 2014 nach und präsentiert fünf neue Songs außergewöhnlichen Formats.

Und zwar kombiniert die Band um Sänger John Knight vertrackte, progressive Rhythmen mit hartem, oft thrashigen Stoff, der die Band in die Nähe von Acts wie Nevermore (mit denen sie von der Presse oft verglichen werden) oder Watchtower bringt. So fängt das saustarke „The Incredible Machine“ thrashig hart an, wendet sich aber nach kurzer Zeit an die ProgMetal Liebhaber dieser Welt und verzaubert mit mehrstimmigem Refrain. Die Riffs kommen knallhart und erzeugen so eine richtig schöne Soundwand. Überragend mit welcher Finesse und Spielwitz die Gitarristen Ian Knight und Jack Murton zu Werke gehen. Da verschlägt's vermutlich auch eingefleischten ProgMetal Protagonisten die Sprache.  

Sänger John Knight bestitzt ein richtig tolles Metalorgan für diese Stilrichtung. In melodischeren, ruhigeren Passagen ähnelt er gar Threshold's Damian Wilson. Überhaupt ist auf „Justify & Reason“ reichhaltig Vielschichtiges für den Prog-Gourmet vorhanden. „White Circles“ operiert nach verspieltem, melodischen Beginn mit Thrash Shouts im Refrain, beinhalten auf der anderen Seite aber ein tolles Gitarrensolo und Jack's Damian Wilson Ähnlichkeit kommt hier besonders zum Tragen.  

Bei „Human Inhuman“ geht’s zu Beginn zerfahrener zur Sache mit Stakkato-Riffs, harten Rhythmen garniert mit Keyboardsäulen und einem erneut erstklassigen Refrain. „Conscience“ dagegen kann man eine ganz leichte orientalische Ausrichtung attestieren, aber spätestens das Break mitten im Song zelebriert Shadow Gallery-artige Schönheit. Generell erinnern viele Parts bei Synaptik an manche Großtaten von Lanfear, Vanden Plas oder auch neuere Sachen wie von den kürzlich in Erscheinung getreteten Septagon.  

Hektisch, konfus wird’s bei „Esc Ctrl“. 7 Minuten disharmoischer Töne, die zu einem großen Ganzen zusammenfinden und den Song einen Song werden lassen. Das Wirrwarr des allgemeinen Computerzeitalters entzerrend kommt man nach aller Gegenläufigkeit letzendlich zum Punkt. Interessant und spannend.  

Um dem Album noch mehr Tiefe zu geben und wahrscheinlich auch um etwas mehr Länge zu gewinnen haben Synaptik noch drei Songs des angesprochenen Debuts „ The Mechanisms of Consequence“. Hier merkt man doch den etwas „einfacheren“ Sound im Gegesatz zu den neuen Stücken. Dennoch sind auch diese drei Songs Perlen der Progmetal-Kunst. „A Man Dies“ hat etwas Dramatisches an sich und Spuren von alten Fates Warning. „As I Was, As I Am“ haut danach mit Frickel-Opening und sehr eingängig melodischem Instrumental-Part in die allgegenwärtige Dream Theater – Kerbe. Zum Schluß lässt man es mit „Your Cold Dead Trace“ gar spacig ausklingen, bei welchem sich zudem Alan Tecchio (Watchtower) die Ehre gibt. Begnadeter Sänger, der gut reinpasst ins Geschehen.  

„Justify & Reason“ ist ein Album, das an keinem ProgMetal Fan mit Hang zu härteren Klängen vorbeigehen darf. Das Album wächst mit jedem Durchlauf und man entdeckt immer wieder Neues. Synaptik gehören für mich ab sofort mit an die Spitze der Szene und dort können sie ruhig auch bleiben. Spitzenkost der britisch progressiven Musik-Küche. Guten Appetit. 


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