TAAKE - Stridens Hus


Es ist mal wieder an der Zeit, daß Hoest den Alleinunterhalter spielt. Der Mainman von Taake hat soeben sein sechstes Studioalbum „Stridens Hus“ eingesemmelt.

Und so kalt und grau das Albumcover erscheint, ist auch die Musik. Nordisch, norwegische Kälte regiert. Der Meister selbst keift und heisert in höchsten Tönen durch die sieben finster-fiesen Tracks, welche der urtypischen, stumpfen Black-Metal Szene alter Schule entsprungen sind.  

Wie erwähnt, hat Hoest im Alleingang alle Instrumente selbst eingespielt, mit leichter Unterstützung in manchen Parts durch seine aktuelle Live Band.

Aber Vorsicht:  Taake (ist) sind mehr als nur stupides Drauflosgeholze und eisige Stimmung. Mehr denn je, werden melodischere Elemente und Slow Downs eingesprenkelt, die dem vorherrschenden Grau doch immer wieder den ein oder anderen Farbtupfer beschert.  

Auch mit Mönchs-Chören kann man dienen („Orm“, „Det Fins en Prins“) und das rasende „Stank“ besitzt manchen Hang zum Punk und Death Metal.  

Die Songs bewegen sich meist im 5 – 8 Minuten Sektor, somit tut Hoest gut daran, Abwechslung bringende Elemente einzubauen, um nicht in Langeweile zu verfallen. Richtig klasse wird es dann mit dem klassischen „En Sang til Sand om Ildebrann“. Man kann dem Song schon fast dem reinen Heavy Metal zuordnen, mehr als klirrendem Black Metal. Somit eigentlich nicht verwunderlich, daß man es hierbei mit einem Instrumental zu tun hat. Fehlt das typische Black Gekeife, könnte man fast eine Band anderer Spielart hinter der Musik vermuten. Auch ein Verdienst der kompositorischen Vielfalt von Hoest.  

Doch es bleibt noch genügend Raum, um die nordische Schwarzkittel-Fraktion mit brachialen Black-Passagen zu erfreuen. Bestes Beispiel hierfür das abschließende „Vinger“. Das aus tiefsten Tiefen zum Schluß aufkommende Höllenbaby-Gestöhne lässt die brennende Kirche nicht im Dorf, sondern horrifizierenden Metal ins Gehör.  

Ich bin zwar kein Freund von Alben (Projekten ?), die ein einzelner Künstler zusammengeschustert hat. Oftmals fehlt mir hier die Seele und das Feeling, welches nur eine echte Band erzeugen kann.

Trotzdem kann man Hoest gratulieren, mit „Stridens Hus“ ein passables, abwechslungsreiches Black Metal Album mit diversen Einflüssen aus anderen Musikrichtungen erschaffen zu haben.

Es ist zwar nicht alles Eis was friert, aber kalt genug, um die gemeine Black Metal Seele zu frosten.


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