THE AUTIST - Entangled  (EP)


Nicht einfach machen es einem die Portugiesen von The Autist mit ihrer EP „Entangled“.

Es ist deren erstes musikalisches Lebenszeichen. Man bezeichnet seinen Stil als Djent und progressiv, auf der anderen Seite bezeichnet man die Einflüsse in der Bandbio begründet bei Periphery, In This Moment, Epica  (soweit ok), 30 Second to Mars und Kate Perry (ach du Sch...).

Nun ja...rein ins Vergnügen. Das 1 ½ minütige, sphärische Intro „Overwriting“ tut zumindest mal nicht weh.  

...umso mehr aber „Stardust“.  Der Song ist eine Kakophonie aus gegenläufigen Rhythmen, wirrem Gitarrengezupfe, Gebrüll der Marke Metalcore (Joao Prim) und als Gegenstück der Frauengesang von Edna Gutierrez. Diese ist aber in erster Instanz austauschbar, da kein Alleinstehungsmerkmal auszumachen ist. Das heißt, sie kling wie 1000 andere Elfen im Rock-/Metalbereich und besitzt Null Wiedererkennungswert. In diesem Song passt nicht zusammen, was einem Spaß machen würde diesen zu hören. Ganz schlimmes Aufgebaren. Nee...wirklich nicht.

Zum Glück holt man mit „Age of Leviathan“ dann etwas auf. Leider funktioniert der Brüllgesang in Verbindung mit den engelsgleichen, weiblichen Vocals auch hier nicht wirklich. Das ist einfach Vokal-Intonierung von der limitierten Stange. Musikalisch ist man hier zumindest um einige Melodien und Semi-Eingängigkeit bemüht, so daß das Zuhören nicht ganz so schwer fällt. Trotz der Unzahl an abgehackten Licks, Breaks und Geschwindigkeitsüberdruß. Viele Modern Metal Elemente vernichten die an sich brauchbare Grundlage.  

Bei „The Great Lioness“ holt man sich dann eine gewisse Diana Rosa als Unterstützung ans Mikro. Diese fällt zwar nicht unbedingt weiter auf. Der Song mit seinem derben, fast death-metal-artigen Grunzgesang weiß aber Momente zu setzen. Überhaupt scheint man endlich auch mal eingängige Instrumentierung umzusetzen, um die verkopfte Komplexität doch etwas abzuschwächen. Reißt nicht wirklich das Ruder herum, kann aber doch ein paar Nadelstiche setzen.

Und, jawoll....ab dem nächsten Song „1349“, bei welchem Frau Rosa auch unterstützt, geht es um Klassen bergauf.  Der Song kommt sphärisch, episch....progressiv..und..MELODISCH !! Dauert aber leider nur 2 Minuten das Stück.  

...doch das folgende „Loveless“ hält den Aufwind. Der Song macht richtig Spaß. Ein reiner, progressiver Song, mit viel Keyboard Atmosphäre und dramatischem Frauengesang, der mal dazu passt. Ein ganz anderer Stil eigentlich als das bisher Gehörte. Zwar könnten die zugegebenermaßen schönen Gitarrenparts deutlich besser abgemischt sein, aber im Gegensatz zu den vorherigen Songs fühle ich mich leicht und angenehm überrascht.  

Auch der letzte Sond dieser EP, „Ethereal“, entschädigt etwas. Zwar tritt hier wieder der Brüllwürfel als Nervensäge ins Rampenlicht, aber die melodische Grundrichtung und der Groove stehen im Vordergrund.

So ganz kann ich nicht nachvollziehen, wohin The Autist musikalisch eigentlich wollen. Die erste Hälfte der EP ist dermaßen chaotisch und subjektiv für mich ungenießbar. Haut man diesen Stil permanent raus, gibt es sicherlich den ein oder anderen Fan, der damit etwas anfangen kann. Dieser Fan hat aber wahrscheinlich Probleme mit der zweiten, eingängigen Hälfte der EP, welche wiederum mir und den Melodic-Progressiv Fans eher zusagt. Hm...na ja. Wir werden sehen, wohin der musikalische Weg der Portugiesen führt.

Leider überzeugt mich diese erste EP nur teilweise und da auch nicht gänzlich.  


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