THE FERRYMEN - The Ferrymen

 

 Autor:  MC Lucius

Bewertng:  7 / 10



Tracklist:

  • End Of The Road
  • Ferryman
  • Fool You All
  • Still Standing Up
  • Cry Wolf
  • One Heart
  • The Darkest Hour
  • How The Story Ends
  • Enter Your Dream
  • Eyes On The Sky
  • Eternal Night
  • Welcome To My Show


VÖ: 02.06.2017

Label:  Frontiers Records

Hier ist sie also, die nächste Supergroup des Metal. Bestehend aus Sänger Ronnie Romero, den die Fans spätestens seit dem Lahr 2016 als Sänger von Ritchie Blackmore's neuformierten Rainbow kennen, der aber auch seit Jahren bei den spanischen Lords Of Black als Sänger fungiert. Daneben Magnus Karlsson (Primal Fear, Magnus Karlssons Free Fall) und Mike Terrana, das Drum Tier, welches bereits für Rage, Axel Rudi Pell, Tarja und viele andere die Felle gerbte. Eine Multi Kulti Truppe also: ein in Spanien lebender Chilene, ein in Deutschland arbeitender Schwede und ein in Italien lebender Amerikaner.

Apropos Italien. Dort, von der Mailänder Plattenfirma Frontiers Records, kommt diese Scheibe auch her. Karlsson und Romero stehen mit ihren Hauptbands jeweils dort unter Vertrag und so nimmt es nicht sonderlich Wunder, dass es ausgerechnet Romero ist, der den im Jahre 2016 von Karlsson geschriebenen Songs durch seine Stimme ein Gesicht verleiht.

Nun ist es natürlich absolut kein Fehler, den smarten Ronnie Romero als Sänger auszuwählen. Nicht nur Meister Blackmore begründete seine Wahl, ihn zum Rainbow Fronter zu machen, mit der Tatsache, dass er tatsächlich Dio - esque klingt, was einem Ritterschlag gleich kommt. Laut Pressetext der Plattenfirma wollte Romero auch sofort Teil des Projekts, welches uns nun als The Ferrymen begegnet, sein, als er zum ersten Mal die vom schwedischen Multiinstrumentalisten eingespielten Rohfassungen hörte.

Aber was erwartet uns nun beim Hören der immerhin 12 Tracks auf dem selbstbetitelten Debüt des Trios? Zunächst einmal natürlich Melodic bis Power Metal, bei einem Songwriter wie Magnus Karlsson natürlich auch mit dem pathetischen Touch, den er schon als Strippenzieher hinter Projekten wie Allen / Lande oder Kiske / Somerville einbrachte, versehen. Das weicht nun nicht komplett von seinen anderen musikalischen Unternehmungen ab. Aber ein Doom- oder Black Metal Album wird in diesem Falle auch niemand erwartet haben.

Stücke wie "End Of The Road", "Ferryman" oder "Still Standing Up" hinterlassen einen starken Eindruck, aber mit der sechsten Nummer, "One Heart", gelingt den Fährleuten eine Halbballade mit einer besonderen Note. Ganz klar ein Highlight der Langrille. Das folgende "The Darkest Hour" könnte dann direkt aus einem Dio Album aus den 80er Jahren stammen. Bewusst oder unbewusst ist dem Trio hier eine einzige Ehrerbietung an den kleinen, großen Mann gelungen, der von dieser Welt leider vor sieben Jahren abberufen wurde.   

Wie gehabt verrichtet Mike Terrana einen soliden Job, treibt seine Vorderleute immer wieder mächtig an, während sich Karlsson einige hörenswerte Licks und Riffs einfallen lässt. Somit ist man musikalisch schon mal auf der sicheren Seite. Allerdings klingt mit der Zeit doch vieles auch ähnlich, was sicherlich daher rührt, dass alle Songs aus der Feder eines Musikers stammen, der noch dazu diese Musik wohl in relativ kurzer Zeit verfasst hat. Etwas mehr Abwechslung wäre wünschenswert. Auch der Punkt, dass viele Stücke mit einem mystisch angehauchten (Keyboard) Intro beginnen, untermauert diese These.

Ganz ehrlich hatte ich schon mit so etwas gerechnet und zog eine Augenbraue hoch, als ich sah, dass das Album ein Dutzend Stücke enthält. Weniger ist dann doch manchmal mehr, ist es doch gar nicht so einfach, den Bogen über eine Gesamtlaufzeit von knapp 58 Minuten auf Spannung zu halten. Der Rausschmeißer "Welcome To My Show" entpuppt sich hintenraus schließlich noch als dritter Höhepunkt und Anspieltipp. Hier lassen es die drei Herren noch einmal so richtig krachen.

Während also das Songwriting durchaus noch Luft nach oben lässt, gibt es an der Produktion selbst nichts auszusetzen. Simone Mularoni von den Italo Proggern DGM hat der Scheibe einen vorzüglichen Mix angedeihen lassen und das wunderbare Artwork von Stan W. Decker ist über alle Zweifel erhaben.

Insgesamt also keine überragende, aber natürlich auch keine schlechte Debütscheibe. Handwerklich gut, offenbart sie aber doch ein paar Längen, wenn sie am Stück gehört wird. Und das will man bei einem Album ja eigentlich.

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