THE OSSUARY - Post Mortem Blues


Autor:  Kerbinator

Bewertung:  7 / 10

Tracklist:

  • Black Curse
  • Witch Fire
  • Blood On The Hill
  • Graves Underwater
  • Post Mortem Blues
  • The Crowning Stone
  • Evil Churns
  • The Great Beyond


: 17.02.2017

Label: Supreme Chaos Records

Mit The Ossuary steht eine weitere Band an, die sich dem retro-orientierten Doom-/Heavy-Rock verschrieben hat. Die Jungs kommen aus Süditalien, wo man eigentlich eher sonnige Gemüter vermuten würde. Gegründet 2014 nahm man mehrere Demos auf, bevor einige kleinere Labels aufmerksam wurden. Jetzt, drei Jahre später, steht mit „Post Mortem Blues“ das erste Album der Band zu Buche.

Mit Blues an sich haben The Ossuary nichts zu tun. Ausser beim Titelsong, bei dem man schon einen, wenn auch nur bedingt auftretenden, Blues-Faktor ausmachen kann. Die Musik der Band kommt recht unaufgeregt daher. Der entscheidende Punkt, den die Band aus der Masse abhebt ist Sänger Stefano Fiore. Der Kerl erinnert mich mit seiner meist klaren, aber dennoch auch rauhen Rockstimme an irgendjemanden, mir fällt nur ad hoc nicht ein, an wen. Im weitesten Sinne kann man The Ossuary mit einer Mischung aus Black Sabbath der DIO-Phase, Pentagram und den End-Siebziger Heavy Rock Granaten Rainbow vergleichen. Meist knarzen die Gitarren herrlich tief, wobei Domenico Mele sicherlich kein herausragender Gitarrist ist, aber den Songs dienliche, tiefer gestimmt Leads hinzufügt. Ich würde das Klanggerüst eher als souverän, denn außergewöhnlich bezeichnen, was ja nicht schlecht sein muß. Schön ist, daß man den Bass von Dario De Falco meist im Vordergrund mit wahrnimmt, was dem molllastigen Sound der Band gut tut.  

Großartig herausstechende Songs gibt’s nicht zu hören, außer dem bereits erwähnten „Post Mortem Blues“. Herzstück des Albums scheint das 9-minütige „Evil Churns“ zu sein, daß mit langsam gemächlichen Parts und riff-orientierten Passagen den Song prägt. Über die Gesamtdistanz plätschert der Song allerdings für meinen Geschmack zu sehr dahin.

Da gehen die auf den Punkt kommenden Tracks wie der Opener „Black Curse“, mit ordentlicher Sabbath-Schlagseite, „Graves Underwater“ (mit tollem Refrain) oder „The Crowning Stone“ schon besser ins Ohr und machen in ihrer Art und Weise nichts verkehrt.  

Wer also auf qualitativ guten, doom-durchtränkten Heavy Rock mit einer sehr guten Stimme steht, kann sich ruhig The Ossuary geben. Auch wenn „Post Mortem Blues“ sicher nicht der ganz große Aufreger ist, darf man dem Album doch Qualität bescheinigen. Doof ist lediglich das etwas naive Wasserfarben-Artwork. Bitte davon nicht täuschen lassen.

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