THORNBRIDGE - What Will Prevail

Die Zielgruppe ist bereits nach den erste Tönen klar. Fantasy Metaller, die auf Blind Guardian, Rhapsody of Fire oder die typisch italienischen Power Metaller stehen, dürfen den Alzenauern Thornbridge gerne das ein oder andere Ohr leihen. 2008 gegründet konnte man nach einer EP nun einen Deal mit Massacre Records ergattern und als Produzenten Orden Ogan's Seeb Levermann gewinnen.

Mit denen war man bereits mal auf Tour, was sicherlich hier dem Kontakt zu Seeb dienlich war.

Ein Blick auf das Coverartwork, gestaltet von Juanjo Castellano Rosado, weist die Ausrichtung der Band ohnehin aus, so daß das Interesse aller Drachen-, Elfen- u. Rollenspielfans geweckt sein sollte.

Musikalisch spielen Thornbridge leider einige Stufen unter den genannten Protagonisten der Szene.

Ein nettes „Intro“ und schon geht’s mit „Blow Up The Gates Of Hell“ los. Man propagiert in den Bandinfos, daß man den Power Metal der „guten alten Zeit“ zurückbringt, ich tendiere eher zu gepflegter Langeweile durch zig-fach gehörte Tralala-Refrains, Gitarrendudeleien und ach so epische Chöre.

Mal scheinen alte Helloween durch, mal Gamma Ray und auch ein Galoppel-Part a'la Maiden darf es mal sein. Aber größtenteils verliert sich das Album in Kompositionen, die sich beispielsweise Rhapsody of Fire als Resteverwertung für B-Seiten Compilations aufheben würden.  

Spielen können die Jungs, keine Frage und Mo besitzt auch eine recht gute Stimme, die zu dieser Art von Musik passt. Aber Songs wie „The Dragon's Reborn“, „What Will Prevail“ oder „Eternal Life“ fehlt es einfach an Durchschlagskraft und Aha-Effekten. Man wiederholt sich meist in typischen Power-Metal Fröhlichkeiten, dudeligen Gitarrenparts und den angesprochenen Chören, die es tausendfach zuvor zu hören gab.  

Daß Thornbridge wohl echte Rollenspiel-Fans sind äußert sich in „Neverwinter Nights“, gibt es doch ein gleichnamiges Spiel, welches in fantastische Welten führt. Das Spiel ist aber weit spannender als der Song, leider.  

„Tower of Lies“ besitzt nach Piano Part einen recht schönen, folkigen Gitarrenpart, aber der Refrain ist dann halt wieder zu quietschvergnügt, obwohl zwischendurch immer mal ein aggresiver Vocals-Part eingestreut wird.  

Blind Guardian wird zum Abschluß mit „Galley of Horror“ gehuldigt. Chöre, Schlachtenrufe inklusive. Es geht zum einen Ohr rein, zum anderen wieder raus.  

Thornbridge funktionieren sicherlich als Live Band gut. Nicht umsonst wird man sich einen Support Slot bei Orden Ogan ergattert haben. Aber trotz aller lokalen Sympathien kann „What Will Prevail“ nicht überzeugen. Im Vergleich zu ähnlichen lokalen Bands wie Minotaurus hat man zwar die besseren Musiker in seinen Reihen, aber der Charme der den Minotauren anhaftet, fehlt Thornbridge an allen Ecken und Enden. Die Songs wirken wie am Reißbrett entworfen, ganz gut produziert aber ohne Wiedererkennungswert gestaltet. Das Schlagzeug hätte zudem etwas mehr Punch vertragen können.

Bleibt unterm Strich ein Album, das nicht im Chor der großen Power Metal Bands trotz allen Bemühens mitspielen kann. Ganz nett, ja...aber um wirklich Aufhorchen zu lassen,  reicht das nicht.


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