TIERRAMYSTICA - Heirs of the Sun

 

Wer das Wort Folk-Metal hört oder liest, der denkt automatisch an Metal angereichert mit Violinen, Sackpfeifen und anderen traditionellen (europäischen) Instrumenten. Doch dass es auch anders geht, beweisen Tierramystica mit ihrem zweiten Album „Heirs of the sun“: Die Brasiliener untermalen den Metal nämlich mit traditionellen Inka-Instrumenten wie Panflöten, Charangos (ein Zupfinstrument) oder Bombos (eine kleine Handtrommel). Wer schon mal Inkamusik gehört hat (z.B. Inti Punchai) der weiß, dass die indianische Musik ganz anders klingt als beispielsweise die keltische.

Aber das ist auch schon der einzige Unterschied zu europäischem Folk-Metal, mal abgesehen vom textlichen Inhalt, der natürlich in erster Linie die (südamerikanischen) Indianer und ihre Mythologie behandelt. Was ich ein bisschen Schade finde, ist die Tatsache, dass Tierramystica nicht in ihrer Landessprache, sondern größtenteils auf Englisch singen. So versteht man zwar den Text, doch meiner Meinung nach passt Portugiesisch oder Spanisch besser zur Musik, rein vom Klang der Sprachen her. Ansonsten gibt es nicht allzu viel zu meckern, die Musiker beherrschen ihre Instrumente, der Sänger ist auch ganz gut und kompositorisch gibt es ebenfalls nichts auszusetzen.

Insgesamt ist „Heirs of the sun“ ein gutes Folk-Metalalbum und kann von Genrefans bedenkenlos erworben werden, auch wenn sich vielleicht manch einer erst an die ungewohnte Instrumentierung gewöhnen muss.

 

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