TONY MILLS - Over My Dead Body

Der Brite Tony Mills verarbeitet bei seinem vierten Soloauftritt „Over My Dead Body“ in Form eines Konzeptalbums die Geschehnisse seinen Beinahe-Ablebens 2010 an einem norwegischen Flughafen, als er nach einer Herzattacke gerade noch so dem Tod von der Schippe gesprungen ist.

Bekannt wurde Tony als Sänger der Melodic-Rocker Shy und durch sein Mitwirken bis 2012 bei den Norwegern TNT. Aber auch viele, viele andere Projekte stehen auf seiner Vita und nicht zuletzt dadurch standen ihm bei seinem neuen Album auch namhafte Musiker wie Paul Sabu, Robert Sall (W.E.T.), Andreas Passmark (Royal Hunt) oder Produzent Neil Kernon zur Seite.  

Herausgekommen ist ein sehr vielschichtiges, natürlich äußerst melodisches Album, bei welchem der Ausnahmesänger erneut seine ganze Klasse beweist.

Die Stimme von Tony Mills besitzt trotz aller TNT-Höhen auch ein gewisses Timbre, welches dem von Geoff Tate nicht ganz unähnlich ist. Aus diesem Grund atmen einige Songs auch leichte Queensryche-Luft, ohne allerdings die Komplexität und Progressivität der Seattle-Legende zu erreichen.

Die elf Songs beinhalten zum einen knackige Melodic-Metal Perlen mit eingängigen Refrains, wie beim Opener „Time Won't Wait“ oder „No Love Lost“, zum anderen dem Konzept geschuldeten, dramatischeren und ruhigeren Stücke wie dem gänsehaut-treibenden „My Death“ oder der Abschluß-Hymne „Free Spirits“. Ebenso wie die Piano Ballade „We Should Be On By Now“, die eingrahmt von applaudierenden Menschen auch symphonische Elemente aufweist.  

Der TNT-Vergangenheit ist ein Song wie „Northern Star“ geschuldet, der in eine ähnliche Kerbe schlägt, mit den bekannt markant hohen Vocals. Aber auch „4 In The Morning“ könnte auf einem der Alben der Norweger gestanden haben, nicht zuletzt aufgrund der Keyboards und des Refrains.

Bis auf „Bitter Suite“, was lediglich dem Konzept dient und mit Flatline-Tönen ausklingt, kann man jeden Song auch einzeln anhören, ohne sich zwingend in die Geschichte einhören zu müssen. Aber auch als Konzept kann man die Story durchgehend nachvollziehen, wenn man das Album am Stück hört.

Tony Mills an sich ist eh über jeden Zweifel erhaben und liefert genauso wie seine Mitmusiker, die er sich für dieses Album ausgesucht hat, eine reife Leistung ab.

Jeder, der mit melodischem Metal und Bands wie TNT, Shy oder aber auch leichteren Queensryche etwas abgewinnen kann, darf sich gerne „Over My Dead Body“ zulegen. Da auch die Produktion Neil Kernon's passt, kann es nur heißen....Daumen hoch !


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