TREAT - Ghost of Graceland

Der melodische Overflow hat uns wieder. Die Schweden Treat sind zurück. Seit dem letzten, gutklassigen Album „Coup de Grace“ sind auch schon wieder 6 Jahre vergangen, aber nun ist es da, das neue Werk „Ghost of Graceland“.  Graceland ? Michael Jackson ? - Keine Ahnung. Ich finde zumindest keine Berührungspunkte zur Pop-Legende. Das Albumcover ist recht düster ausgefallen, was man von der Musik nicht gerade behaupten kann. Treat stehen nämlich seit jeher für positiven Melodic Metal, mit einprägsamen Hooklines und „frauenfreundlichen“ Vocals.

Da hat sich auch bei „Ghost of Graceland“ nichts geändert. Sänger Robert Ernlund lässt Frauenherzen höherschlagen und die Gitarrenthemen von Mainman Anders Wikström sind wie immer glattgebügelt und hochmelodisch. Das fängt beim mit nettem Intro beginnenden „Ghost of Graceland“ an und hört beim etwas spießigen „Everything to Everyone“ auf. Dazwischen gibt es melodische Hard Rock-Kunst pur, vergleichbar in etwa mit den skandinavischen Landsleuten von Pretty Maids, eben alles nur noch eine Spur glatter und mitunter cheesiger.

Der Melodic Fan macht freilich nichts verkehrt, wenn man sich Balladen wie „Do Your Own Stunts“ oder das etwas traurigere „Together Alone“ anhört. Aber auch die rockigeren Varianten wie „Endangered“ oder „Nonstop Madness“ sind immer der strategischen Eingängigkeit verhangen und kaum folgt mal ein riffiger Ausbruch, melodiert der Refrain wieder in gewohnte Bahnen. Aber Treat wären nicht Treat, wenn sie diese Spielwiese nicht mit äußerst viel Können und Herzblut beackern würden. Alles wirkt wie aus einem Guß, ist für die Arenen dieser Welt überaus geeignet und auch das Airplay in den einschlägigen Rockradios sollte den Jungs weiterhin sicher sein. Häufig unterstützt durch das Melodic Metal Instrument an sich, das Keyboard, ist die Produktion des Albums von Peter Mansson allerdings gnadenlos durchgebügelt. Es fehlt jegliche Ecke und Kante. Hochglanz pur !  

„House of Fire“, „Inferno“...manche Songtitel suggerieren härteres, was es aber im Endeffekt nicht ist. Trotzdem ist „Ghost of Graceland“ ein durch und durch Spaß bereitendes Melodic Metal Album, welches dem Vorgänger in nichts nachsteht und den Standort Schweden als Melodic-Hochburg weiter zementiert. Nicht nur für Frauen geeignet...


Bewertung:

Kommentare: