VANHELGD - Temple Of Phobos

Im Prinzip knüpfen die Schweden Vanhelgd genau dort an, wo sie 2014 mit „Relics Of Sulphur Salvation“ aufgehört haben. Death Metal der alten Schwedenschule, gemixt mit reichlich schwarzmetallischem Anstrich und höllischen Vocals.

„Temple Of Phobos“ heißt das mittlerweile vierte Album der Combo und das Artwork wurde wieder von Sänger Matias Frisk gestaltet, der in dieser Tätigkeit auch schon für Ghost und Entrapment gearbeitet hat. Apropos Matias Friks....sein abgundtiefer Höllengesang erinnert nicht mehr so oft an Van Drunen von Ashpyx, wie das noch bei „Relics...“ der Fall war. Am ehesten noch bei den beiden ersten Stücken „Lamentation Of The Mortals“ und „Rebellion Of The Inquitous“. Ansonsten bietet Herr Frisk noch teuflischere Ausbrüche vokaler Kunst, was den sieben neuen Songs noch schwärzere Momente beschert.  

Richtig aufhorchen lässt die Truppe erstmals bei „Den Klentrogenes Klagan“, bei welchem sich auf den ersten Eindruck hin amtosphärische Keyboards hinzugesellt haben. Auf den ersten Eindruck bedeutet, daß es sich hierbei lt. Aussage von Matias Frisk gar nicht um Synthies handelt, sondern um echte Trompeten, die mit viel Hall unterlegt wurden. Auf jeden Fall bringt dieses Element und auch der ein oder andere Schlenker in Doom Gefilde etwas Erhabenes, Mächtiges mit sich. Ein elektrisierender, wuchtiger Schwarzbrocken.

Ganz in die Welten tiefster Doom Klänge tauchen Vanhelgd bei „Gravens Lovsang“ ein. Ein von tiefster Traurigkeit und Düsternis beherrschter Song, der Gänsehaut aufkommen lässt. Überhaupt kann man sagen, daß Vanhelgd geschickt melodische Aspekte ihrem grundsätzlich derben Sound unterjubeln, was den technischen Anspruch der Band zusätzlich beweist.  

Dies äußert sich vor allem beim abschließenden Longtrack „Allt Hopp Är Förbi“, einem Moment bester, doomiger Death-/Black-Kunst, die zu keiner Sekunde langweilt und das Schaffen Vanhelgd's umfassend umspannt. Allerdings endet bei mir der Song nach Minute sieben für zwei Minuten und setzt sich erst am Minute neun wieder fort. Ob dies der Promo geschuldet ist, oder tatsächlich so sein soll, entzieht sich meiner Kenntnis. Ist es gewollt, weiß ich nicht, was Vanhelgd damit ausdrücken wollen. Nun ja, im Endeffekt ist der 12-Minüter eben nur ein Song knapp unter 10 Minuten. Lang genug, auf jeden Fall.

Alles in allem ist Vanhelgd mit „Temple Of Phobos“ ein weiterer Schritt nach vorne gelungen und kann gerade im Bereich des Songwritings die Vorgänger übertrumpfen. Wenn das so weiter geht, sprechen diese Skandinavier in Zukunft ein gehöriges Wörtchen mit, wenn es um den Death-/Black-Thron geht.  


Bewertung:

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