VENENUM - Trance Of Death


Autor:  Kerbinator

Bewertung:  9 / 10


Tracklist:

  • Entrance
  • Merging Nebular Drapes
  • The Nature Of The Ground
  • Cold Threat
  • Trance Of Death Part 1: Reflections
  • Trance Of Death Part 2: Metanoia Journey
  • Trance Of Death Part 3: There Are Other Worlds...


VÖ: 17,03.2017

Label: Sepulchral Voice Records

Hört man den Bandnamen Venenum denkt man unweigerlich sofort an die Metal-Urgesteine Venom. Und Venenum bedeutet genauso „Gift“ wie Venom, halt nur auf Lateinisch. Aber mit der Musik der Band um Chronos haben Venenum wenig zu tun. Venenum kommen aus Bayern, soviel kann man herausfinden, viel mehr aber auch nicht, denn der Informationsgehalt über die Band ist doch eher spärlich angesiedelt in der Labelpromo und auch im weltweiten Netz. Unterstreicht zusätzlich die unheimliche, etwas mysteriöse Aura, welche Band und Musik umgibt. So hört der Sänger und gleichzeitig Bassist auf den Namen f.s.a. Der Gitarrist auf p.t , der andere Gitarrist auf d.p., und der Drummer auf f.j.l. Gut, kann man so machen.  

Musikalisch haben Venenum mit „Trance Of Death“, dem Debut (nach bisher lediglich einer EP), ein wahres Monstrum geschaffen. Eine wahnsinnig intensive Mischung aus atmosphärischem Death-/Blackmetal mit gelegentlichem Abschweifen in die Doom-Gegend. Das Hauptaugenmerk des Albums liegt auf dem dreiteiligen, fast 27-minütigen Koloss-Titelsong „Trance Of Death“, eine spektakuläre Vertonung des Todes. Aber zuerste der Reihe nach....

Bereits das 2-minütige Intro mit traurig-schaurigschönen Violinen verheißt Unheilvolles. Und mit „Merging Nebular Drapes“ beweisen Venenum sofort ihre songwriterische Klasse. Natürlich ist der Sound von knallharten Rhythmen und reichlich Geschepper geprägt, aber Venenum schaffen mit wahnsinnig intelligenten Breaks eine außergewöhnliche Atmosphäre, die an Spannung fast nicht zu überbieten ist. Man weiß nie, was als nächstes kommt, obwohl das Gehörte doch meist im dunkelsten Death-/Black-Bereich bleibt. Sänger f.s.a intoniert die Songs mit tiefen, höllischen Growls, die aber zumeist verständlich bleiben und für mich eine gewisse Ähnlichkeit zu Erik Danielsson von Watain aufweisen. Die Musiker zelebrieren den tödlichen Sound gerade so kompetent daß es nicht zu technisch wird und legen abermals eher Wert auf Stimmungen.  

„The Nature Of The Ground“ setzt diese brilliante Mischung eindrucksvoll fort, bevor mit „Cold Threat“ ein eher straighterer Death-Brecher folgt. Könnte quasi die Single-Auskopplung für Venenum werden, wenn man über so etwas im Extrem-Metalberich überhaupt sprechen darf oder sollte. Trotz aller Qualitäten des bisher Gehörten erscheint einem das im Nachhinein fast wie Vorgeplänkel zum Wahnsinn der jetzt folgt.

„Trance Of Death“ besteht, wie erwähnt, aus drei Teilen, die für unterschiedlichste Stimmungen beim Hörer sorgen. Ein Monument ganz dunkler, abgründiger Musik. Part 1 „Reflections“ist noch in etwa den vorherigen Songs ähnelnd und rekletiert quasi die Ursubstanz von Venenum, aber bereits Part 2 „Metanoia Journey“ wirft einen umgehend aus der Kurve, wenn dieses rein instrumentale Zwischenstück plötzlich mit Hammond-Orgeln und fast fröhlichen Vibes aufwartet. Der Hauptteil des Songs („Part 3  - There are Other Worlds...“) bietet dann in 14 Minuten ein Potpourri düsterer, anspruchsvoller Klangkunst. Ein wahres Wechselbad der Gefühle, bei welchem man sogar melodische, erfreifende Gitarrenparts erleben darf. Ganz großes Songwriting und insgesamt ein Song, der dich sprachlos zurücklässt. Wie eigentlich das ganze Album eine der positivsten Überraschungen der letzten Zeit darstellt. Faszinierende Black-/Deathkunst der ganz großen Klasse. Venenum setzen mit diesem Machtwerk ein starkes Ausrufezeichen. Und das gleich beim Debut !


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