VOLUMES - Different Animals


Autor:  Kerbinator

Bewertung:  3 / 10


Tracklist:

  • Waves Control
  • Finite
  • Feels Good
  • Disaster Vehicle
  • Pieces
  • Interlude
  • Hope Mix 7
  • Tides Change
  • On Her Mind
  • Heavy Silence
  • Pullin' Shades
  • Left For Dead


VÖ: 09.06.2017

Label: Fearless Records / Spinefarm

Volumes – eine Metalcore Band aus den USA werden von Labelseite aus quasi als der neueste heiße Scheiß angekündigt. Nun gut, Letzteres könnte hinkommen. Denn die Truppe, die sich selbst als keinem Trend zugehörig fühlen und in keine Schublade passen wollen, sind genau dort tätig, wo Nu Metal und Metalcore beginnen zu langweilen. Denn x-mal gehörte Sounds, der ewige Gegensatz von Cleangesang und Gebrüll plus die meist tief runtergestimmten Gitarren hat man langsam aber sicher auf.

„Different Animals“ ist das dritte Album der Band aus Los Angeles und wird die Musikwelt nicht revolutionieren. Mit Mike Terry hat man einen neuen Sänger an Bord, aber der singt genauso austauschbar wie hunderte gleichartiger Kollegen. Man führte mit den Vorgängeralben angeblich irgendwelche Download-Charts an, das neue Album ist in den Augen von einigen Musikmagazinen das am sehnlichst erwartete 2017....nun ja, dann frag ich mich aber, warum ?  

Denn bereits der Einstieg mit „Waves Control“ offenbart leicht chaotischen Metalcore von der Stange mit den oben erwähnten Elementen aus Wechselgesang und tief gestimmten Instrumenten. Es bleibt im Nachhinein nichts hängen. So geht’s weiter mit „Finite“, das mit verzerrtem Gesang anfangs punkten will und erstmals ruhigere Momente aufweist. Dieser Nu Metal / Metalcore von der Stange gibt’s in einigen Songs zu hören („Disaster Vehicle“, „Left For Dead“). Zugute halten kann man Volumes aber, daß man durchaus bemüht ist, ein paar Stilbrüche mit zu integrieren. Positiv zum Beispiel die Anleihen im klassischen Death Metal , mit atmosphärischem Hintergrund-Clean Gesang bei „Pieces“, der Piano Einsatz bei „Interlude“, so eine Art Balladen-Core bei „Heavy Silence“ und dem Melodieverständnis beim besten Song des Albums „Pullin' Shades“.  

Was „Different Animals“ allerdings tief in den Keller zieht, sind Rap-Einlagen in manchen Songs. Zuerst dachte ich, ich höre nicht richtig, als bei „Hope Mix 7“ dieser unsägliche Rap Einsatz einsetzt. Ganz, ganz schlimm. Dazu kratziger Sound, einfach nur ärgerlich und stümperhaft. Fast noch schlimmer das Ganze bei „On Her Mind“. Vorpupertärer Sound, Rapper-Thematiken, dazu kurzzeitig melodische Einschübe und Sirenen. Das soll wohl Gangsta-Harmonie sein, ich lach mich tot. So etwas kann und will ich im Rockbereich nicht hören, auch wenn es in der Vergangenheit Bands gab, die gezeigt haben, daß Metal und Rap durchaus funktionieren kann. Hier allerdings nicht und dies allein ist schon ein ausschlaggebender Punkt, das Album nicht noch einmal aufzulegen.  

Ein paar positive Ansätze reichen nicht aus, um aus „Different Animals“ aus dem Nu Metal /Metal Core Einheitsbrei herauszuheben. Ich will ja nicht das Bemühen der Band anzweifeln, aber es bleibt bei mir nichts, aber auch gar nichts hängen. Und dieser Rap-Scheiß zerstört dann noch die letzten Hoffnungen. Vielleicht kann sich Volumes ja im Milieu der umgedrehten Baseball-Kappen Fraktion und der coolen Badass-Jugend durchsetzen, aber für höhere Weihen empfiehlt sich die Band, die wohl auch auf Graffiti-Sprayer-Huldigungen setzt (wenn man dem Albumartwork glauben mag), in meinen Ohren definitiv nicht. Die Zielgruppe ist leider nicht meine.