VOODOO CIRCLE - Whisky Fingers

Seit 2008 steht die von Gitarristen Alex Beyrodt gegründete Band bereits auf den Brettern, die die Welt bedeuten. Nach drei Alben, die bereits mehrere Charteinstiege unter die Top 100 brachten (das 2013er “More Than One Way Home” erreichte u.a. in Deutschland Platz 54), ist nun mit “Whisky Fingers” Longplayer Nummer vier erschienen. Der Opener “Trapped In Paradise” wurde auch schon als Single ausgekoppelt.

Da wir gerade beim Opener sind, “Trapped In Paradise” rockt so richtig los, doppelläufige Gitarren-Duelle, im Wechselspiel mit der Hammond-Orgel und mehrstimmiger Gesang. Der Refrain ist eingängig. Ein Song der Live sicherlich so richtig abgeht. Bei “Heartbreaking Woman” starten bratende Gitarren, dazu gibt es abwechselnd Solo-Gesang und Chorus und ausgefeilte Melodiebögen. Am Anfang von “Watch And Wait (I Got My Eye On You)” sind akustische Gitarren zu hören, die den leicht bluesigen Gesang unterlegen. Dezent gesetzte Keyboard-Passagen runden das Ganze ab, später setzen Schlagzeug und e-Gitarren ein, ein etwas ruhiger angelegter Song. “Medicine Man” rockt dann so richtig los, die Gitarren braten, das Schlagzeug treibt voran. Hier gibt es voll auf die Zwölf. Trotz allem Druck ist der Song äußerst melodisch und der Refrain eingängig. Mit genialem Gitarrensolo und anschließendem harten Riffs, die noch einmal den Refrain unterlegen, klingt der Song aus.

Dann wird es ruhig, “The Day The Walls Came Down” ist eine traumhafte Ballade, zum Niederknien schön. Live sehe ich schon die Feuerzeuge und Handy-Lichter leuchten. Nach Industrial-Klängen setzt bei “Heart Of Stone” die Hammond-Orgel ein, dazu Klasse-Gitarrenriffs. Ein melodischer Refrain, der an die großen Tage von Rainbow erinnert. Eine wahre Hardrock-Hymne. “Straight Shooter” geht dann wieder so richtig ab, klassischer Hardrock mit knallenden Gitarrenriffs und Hammond-Orgel-Einsatz. Gegen Ende gibt es dann in guter Lord-Blackmore-Tradition das Wechselspiel zwischen Gitarre und Hammond.

“The Rhythm Of My Heart” ist die zweite Ballade des Albums, dieses Mal aber stark bluesig angehaucht, Sänger David Readman kann hier zeigen, dass er seinem großen Namensvetter kaum nachsteht. Dazu erneut ein geiles Gitarrensolo. Dafür rockt dann “Devil Takes Me Down” in bester Deep Purple Manier. Das Schlagzeug treibt voran, die Hammond-Orgel ist erneut stark präsent, und die Gitarrenriffs werden locker abgefeuert. Das wird live sicherlich ein echter Kracher. “5 O’Clock” ist ein äußerst rhythmischer Song, die Keyboard-Passagen erinnern mich ein wenig an “Hot Blooded” von Foreigner, locker und beschwingt. Hammond-Orgel und cleane Gitarren bilden den Einstieg in “Been Said And Done”, der Gesang ist zunächst ruhig. Aber dann setzt die Rhythmus-Abteilung mit voller Wucht ein. Ein ruhiger, teilweise balladesker Song, der während des Refrains druckvoller wird. In der zweiten Hälfte ist dann wieder eine fast sehnsuchtsvoll klingende Solo-Gitarre zu hören. So ruhig wie er begann endet der Song, mit akustischen Gitarren.

Mit “Whisky Fingers” haben Voodoo Circle ein hervorragendes Klassik-Rock-Album rausgehauen. Beim Hören glaubt man einen Zeitsprung in die 70er/80er Jahre zu machen. Trotzdem klingt der Sound nicht verstaubt. Das Album ist modern und fett produziert. Fans von Deep Purple, Rainbow oder auch Whitesnake sollten hier unbedingt einmal reinhören.


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