VOODOO VEGAS - Freak Show Candy Floss



Autor:  MC Lucius

Bewertung:  7 / 10

Tracklist:

  • Backstabber
  • Long Time Gone
  • Resolution
  • Killing Joke
  • Lady Divine
  • Poison
  • Black Heart Woman
  • Sleeping In The Rain
  • I Hear You Scream
  • Walk Away


VÖ:  17.02.2017

Label:  Plastic Head

Manege frei für eine kunterbunte Zirkus Truppe aus Südengland: VOODOO VEGAS präsentieren uns ihren zweiten Longplayer nach dem 2013er Debüt "The Rise Of Jimmy Silver". Dazu gesellt sich 2015 noch eine EP. Mit "Freak Show Candy Floss" wird dem geneigten Hörer ein Streifzug durch die Welt des Hard Rock geboten, der ab und an Station macht bei Spielarten wie Blues Rock ("Poison", vor allem aber "Lady Divine") oder Southern Rock ("Killing Joke")

Ansonsten dominiert handelsüblicher Hard Rock moderner Prägung, der sich im Riffing nicht so Metal - lastig gibt, wie bei den Kollegen von Alter Bridge oder The Dead Daisies. Der Opener "Backstabber" gibt schon ganz gut die Richtung vor, hier zeigen Voodoo Vegas, wo ihre musikalische Reise hingeht. Straight ahead, voll auf die Zwölf, ähnlich kommen auch "Resolution" "Black Heart Woman" oder das härteste Album Stück, "Walk Away", daher. Stücke, die nicht lang fackeln, sondern das Credo der Platte, Musik für Bauch und Beine, unmißverständlich in die Tat umsetzen.

Ausgerechnet bei der obligatorischen Ballade, "Sleeping In The Rain", schwächelt der Fünfer um Sänger Lawrence Case aber. Der Song zieht an einem nichtssagend vorüber, es fehlt der Haken, an dem man sich aufhängen könnte.

Die Handschrift von Produzent Guillermo "Will" Maya, in dessen Hände man sich in den Los Rosales Studios in der Nähe von Madrid begeben hat, ist denjenigen, die auch mit der Mucke der nordirischen Gruppe "The Answer" vertraut sind, sofort erkennbar. Schnörkellos, atmosphärisch dicht und dem Wesentlichen verhaftet.

So bleibt "Freak Show Candy Floss" am Ende ein kurzweiliges Vergnügen. Was sich auch auf die Spielzeit von rund 40 Minuten bezieht, wobei andere Scheiben dieses Genres auch nicht länger sind. Der Hard Rock ist eben auch nicht die Musik, in der man zu langen, verkopften Instrumentalpassagen ansetzt. Songs im Drei-, Vier Minuten Bereich, die auf den Punkt kommen und sich nicht unnötig irgendwo aufhalten. So muss das.


Tweet
Gefällt mir