WARFECT - Scavengers

Bereits seit 2003 gibt es die Schweden-Thrasher Warfect. In dieser Zeit veröffentlichte man zwei Vollzeitalben und diverse Demos, ging mit Demonical und Nunslaughter auf Tour und ist auch sonst nicht ohne. Komisch, daß man bisher so wenig von der Band wahrgenommen hat.

Das könnte sich jetzt ändern mit dem dritten Release „Scavengers“, welcher wie der letzte bei Cyclone Empire Records erscheint und mit einem etwas comic-artigen aber sehenswerten Albumartwork des Künstlers Andrei Bouzikovm, der schon für Municipal Waste, Autopsy oder Skeletonwitch entworfen hat, aufwartet.  

Das Album wurde in Eigenregie aufgenommen, produziert und gemastert, was aber der Qualität keinen Abbruch tut und soundtechnisch einwandfrei und knallig rüberkommt. Gute Arbeit der Jungs schon mal, was diesen Punkt betrifft. Aber auch der Thrash des Trios kann was. Geboten wird meist eine heftigere, schnellere Variante in der Tradition von Bands wie Slayer, Evile oder Suicidal Angels, aber auch hörbare Einflüsse der deutschen Thrash-Ikonen Destruction, Sodom und Tankard sind nicht zu verleugnen.  

Pfeilschnell legen die Jungs mit „Purveyors of Cadavers“ los und man möchte fast nicht glauben, daß Fredrik Wester die Doppelfunktion Gesang und Gitarre begleitet, so tight geht man zu Werke.

Der Gesang von Fredrik liegt irgendwo zwischen Schmier, Gerre und Tom Araya, recht hohe Stimme also, was diesen typischen Old School Faktor unterstützt.

In hoher Geschwindgkeitsmanier geht’s fast durch die Bank durch's Album, wobei immer wieder für diverse Riff-Attacken das Tempo kurz zurückgenommen wird. So werden Songs wie „Reptile“, „Watchtowers“ oder die mit typischen Gang-Shout-Refrain versehenen „Predators“ oder „Skin Bound“ zu wahren Groove-Monstern, die weit mehr können als bloßes Geschwindigkeits-Geklöppel.

Ein richtiger Ausreißer gelingt den Schweden mit „Evil Inn“. Der Song wirkt im Gegensatz zum Rest wahrlich langsam und könnte fast als Doom-Nummer durchgehen. Dieser Track zeigt, daß Warfect durchaus vielseitiges Kompositions-Talent besitzen und auch runtergefahrenes Tempo sehr gut beherrschen. Der Song erhält zudem richtig viel Punch...alles richtig gemacht.

„Savaged by Wolves“ holt im Anschluß dann nochmals die Keule raus, um zu zeigen, wo der Thrash-Hammer hängt. Das mystische, verspielte Abschluß-Instrumental „Into the Crypt“ lassen wir in der Betrachtung mal außen vor, denn es bietet lediglich eine den Bandsound nicht repräsentierende Facette, die nur dem Ausklang dient.  

Warfect sind ein Trio Infernale, welches ihre Hausaufgaben über die Thrash-Blütezeiten gemacht hat und den kraftvollen German Thrash, den man von den Klassikern schätzt und liebt, sowie amerikanische Thrash Einflüsse zu einer wahren Knaller-Abfahrt verbindet. Die meisten Songs auf „Scavenger“ rattern äußerst schnell über die Schienen und Verschnaufpausen, wie bei „Evil Inn“ sind rar gesät. Diese Jungs sollte man unbedingt auf dem Schirm haben.


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