WOLFCHANT - Bloodwinter




Autor:  Kerbinator

Bewertung:  7 / 10

Tracklist:

  • Nornensang
  • Schicksalsmacht
  • Wolfchant (A Wolf To Man)
  • Das Bollwerk
  • Bloodwinter
  • Heritage Of Fire
  • Sehnsucht
  • Prelude To Revenge
  • Anthems Of Revenge
  • Am Schlachtfeld
  • New Born Killer


VÖ:  13.01.2017

Label:  Wolf Metal Records

Wolfchant aus St. Oswald in Niederbayern....noch nie gehört ? Seltsam, denn die Band ist bereits seit 2003 unterwegs und hat bereits fünf Alben herausgebracht. In der Viking/Pagan Metalszene werden sie lt. Infozettel zur Speerspitze gezählt. Nun ja, dafür wurde man allerdings bisher zu wenig wahrgenommen. Vielleicht ändert sich das ja mit dem neuen Album „Bloodwinter“.  

Ins Auge fällt zuerst das passende Albumartwork, welches Band-u. Albumname sehr schön umsetzt und als Blickfang überzeugt. Musikalisch präsentieren Wolfchant eine nicht alltägliche Mischung aus mehreren Stilmitteln, die den jeweils geneigten Hörer verzücken, aber auch verstören kann.  

Mann könnte das Gehörte glatt als Sabaton meets Ensiferum meets Blind Guardian meets Folk Metal bezeichnen. Ein Mix, der die Hörerschaft durchaus spalten könnte.  

Episch ist das Ganze ja, angefangen beim stilgerechten Intro „Nornensang“. Auffallend ist aber mehr der Umstand, daß man diesen typischen Sabaton-Gesang mit aggressiven Pagan/Black-Vocals kreuzt und so den voreingenommenen Kritiker vor ein Rätsel stellt. Auf der einen Seite der pompöse, symphonisch untermauerte Wikingerschlachten-Metal, auf der anderen Seite der böse Wolf mit seinen klirrenden, einschneidenden „Chants“. Zudem wechseln Wolfchant ihre Songs sprachlich interessant in englisch und deutsch ab. Wobei ich sagen muß, daß die deutschen Texte natürlich mehr diese Mittelalter-Vibes a'la In Extremo und Konsorten beinhalten, als die englischen. Auch die Aussprache der deutschen Texte (meist „clean“ gesungen) wirken typisch....deutsch.  

An Bombast und Wucht wird nicht gespart. Songs wie „Schicksalsmacht“, „Bloodwinter“ und das herausstechende „Das Bollwerk“ sind allesamt meist schnell gespielte Epen, die den Fans oben genannter Lager munden dürften. Vorausgesetzt, man versteckt sich nicht vor derberen, schwarzmetallischen Keif-Lauten. Aber genau die machen eben die Songs von Wolfchant interessant und verhindern, daß man die Band auf Theatralik reduziert.  

Soundtechnisch ist das Album sehr glattgebügelt produziert, jegliche Ecken und Kanten fehlen. Augenscheinich moderne Produktion, bei welcher man auch hier und da gesampelte Drumspuren vermuten könnte. Aber diesen nahezu perfekten Sound benötigen epische Pagan-/Folk-Songs halt um ihre Klangbilder entfalten zu können. Bei „Anthems Of Revenge“ übertreibt man dies allerdings etwas und der Song rutscht schon arg in die Sabaton/Guardian Schiene.  

Zu guter Letzt gibt’s mit „New Born Killer“ noch einen 8 ½ Minüter. Aufgrund des Songtitels und der Länge hatte ich hier etwas Besonderes erwartet, aber der Song kommt über durchschnittliche Qualität nicht hinaus und plätschert trotz guter Ansätze leider etwas uninspiriert dahin.

„Bloodwinter“ ist trotz der Kritikpunkte, die mancher haben wird, eine recht gute Pagan/Folk-Platte geworden, die ihren Reiz eindeutig in den blackmetallischen Vocals hat, die recht häufig die Songs durchsetzen und so den Härtegrad erhöhen. Ob Wolfchant allerdings mit diesem Album durchstarten können, bleibt anzuwarten. Obwohl ja einige Essenzen vorhanden sind, die schon andere Bands haben erfolgreich werden lassen.  Sag also niemals nie !!


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