WOLFHEART - Tyhjyys



Autor:  Kerbinator

Bewertung:  8,5 / 10


Tracklist:

  • Shoes Of The Lake Simple
  • Boneyard
  • World On Fire
  • The Flood
  • The Rift
  • Call Of The Winter
  • Dead While
  • Tyhjyys


VÖ:  03.03.2017

Label:  Spinefarm Records

Winter is coming....so oder ähnlich. Aber, nein wir haben es hier nicht mi dem Spiel um Throne zu tun, sondern mit dem neuesten Album der Finnen Wolfheart. „Tyhjyys“ heißt das dritte Werk der Erfinder des sog. Winter-Metals. Übersetzt bedeutet das soviel wie „Leere“. Aber eine solche erreicht einen keineswegs beim Hörgenuß des nordischen Melo-Deathmetal Quartetts.

Irgendwie konnte ich ja erahnen, welche Musik da auf mich zu kommt, durfte ich doch erst kürzlich der „Winter's Gate“- Tour von Insomnium beiwohnen, bei der Wolfheart einen Support-Slot innehatte. Und ähnlich Insomnium's ist auch die Musik von Wolfheart. Vielleicht eine Spur härter und teilweise noch in der Gitarrenarbeit melodischer als diese, stahlen sie der Hauptband zumindest im heimelichen Colos-Saal beinahe die Show.  

Glücklicherweise ist jetzt gerade auch noch Winter, denn hier funktioniert solche Musik besonders gut. Auftritte in gleißender Sonne auf Sommerfestivals sollte die Band vermeiden, hier funktionierten Insomnium vor ein paar Jahren schon nicht besonders. Es muss dunkel sein, kalt, beängstigend düster. Das ist die Atmosphäre von der sich eine Band wie Wolfheart speist.

Wolfheart sind in erster Linie das Baby von Sänger und Rhthmusgitarrist Tuomas Saukkonen, der für diese Band 2012 mal eben seine ganzen Tätigkeiten (Before The Dawn, Black Sun Aeon, Dawn Of Solace) über Bord warf. Heute kann man sagen, zu recht, denn „Tyhjyys“ ist ein wahres Prachtsück nordischer Metal-Kunst geworden. Saukkonen, der mit seiner Glatze und Vollbart irgendwie Ähnlichkeiten zu Slayer's Kerry King besitzt, führt mit seinen Growls und tiefen Brüllern durch's Programm. Viele getriggerte Drums fallen positiv auf, denn sie erzeugen eine wahre Kälte. Dem entgegen stehen erhabene, melodische Gitarrenrhythmen die mehr als einmal Gänsehaut erzeugen .

Nach dem ausgiebigen Atmo-Intro „Shoes Of The Lake Simple“ geht die Band direkt in die eisigen Vollen mit dem gnadenlosen Doppel „Boneyard“ und „World On Fire“. Tuomas und Gitarrist Mika feuern eine Salve nach der anderen und vertonen ihren Winter-Metal mit aller Macht. Bei der Übernummer „The Flood“ geht’s dann in die ganz atmosphärische Richtung. Langsamer, erhabener und dadurch noch intensiver mit göttlichen Gitarrenmelodien beweisen Wolfheart, daß sie in diesem Genre zu den Besten zählen und auch hier kann man den Vergleich zu Insomnium nachvollziehen.  

Die Band fällt nicht ab und überzeugt mit dem abwechslungsreichen „The Rift“ und der knallharten Winterhymne „Call Of The Winter“ genauso wie mit den bisherigen Songs. Erneute Gitarren-Großtaten bei „Dead While“ leiten über zum Abschlußsong und Höhepunkt „Tyhjyys“. Eine wahre Hymne mit Melodien zum Niederknien und einem Tuomas, dem man fast schon Wärme in seinen Growls attestieren möchte. Eine Nordic-Metal-Granate, die allerdings mit knapp 5 Minuten viel zu kurz ist. Ein ausgewachsener Longtrack wäre hier echt angemessen gewesen und so einen hatte ich insgeheim erhofft. Leider nicht, schade.  Nun, so muß man den Song eben gleich noch mal von vorne hören. Ebenso wie das gesamte Album. Man möchte sofort wieder auflegen und von vorne beginnen. Ein größeres Kompliment kann man einem Album wohl nicht machen.

„Tyhjyys“ ist vielleicht nicht ganz so stark wie Insomnium's Kracher „Shadow Of The Dying Sun“ aber dafür härter veranlagt und irgendwie wuchtiger. Von den sensationellen Melodien darf's in Zukunft gerne noch mehr sein, trotzdem muss man Wolfheart auf dem gefrorenen Zettel haben.  

Winter is coming....meine Damen und Herren. Wolfheart sprengen selbst Jon Schnee von der Mauer. Das Spiel um den Nordic-Metal-Thron hat einen heißen Anwärter hervorgebracht. 


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