YEAR OF THE GOAT - The Unspeakable

Die meisten Bands veröffentlichen im Laufe ihres Bestehens viel mehr Alben als EPs, nicht so Year of the Goat. Bislang standen einem Album drei EPs gegenüber. Nun haben die Schweden mit „The Unspeakable“ ihr zweites Album auf den Markt gebracht. Dass sie dabei ihrem Stil treu geblieben sind, versteht sich von selbst. Year of the Goat mischen weiterhin Doom mit Psychedelic und einer Prise Okkultismus.

Der Opener „All He Has Read“ fängt ganz leise an und steigert sich dann allmählich bis dann nach fast zwei Minuten die Gitarren loslegen und einen im Midtempobereich angesiedelten Longtrack anstimmen. Entsprechend setzt der Gesang erst nach knapp viereinhalb Minuten ein. Besonders ausdrucksstark ist Sänger Thomas zwar immer noch nicht, aber für eine doomig angehauchte Kapelle reicht es allemal, auch wenn er hin und wieder etwas weinerlich klingt.

Nach dem längsten Stück der Platte kommt das drittkürzeste: „Pillars of the South“. Etwas countrymäßig angehaucht und eher im Rock- als im Metalbereich anzusiedeln, wie übrigens das gesamte Album. Ein durchschnittlicher Song, nice to hear mit guter Mellotron-Passage im Mittelteil, aber keiner, der sich dauerhaft einprägt.

Bei „The Emma“ schimmert ein wenig Pink Floyd durch und Thomas klingt wie Steve Hogarth auf Drogen, vor allem in den Höhen ist das nicht unbedingt angenehm und passt auch nicht wirklich zum Song. So gut die Instrumentalpassagen auch sind, durch den nervigen Gesang geht die ganze Atmosphäre des Songs verloren und macht ihn dadurch zu einem kleinen Ärgernis.

Auf „Vermin“ geht man etwas schneller zu Werke. Der Gesang ist hier richtig gut, passend zur Musik, nicht zu hoch und auch technisch versiert. Er kanns also doch, der Herr Eriksson. Genialer Song, kompakt, geradlinig und nicht zu komplex.

„World of Wonders“ gehört auch noch zu den besseren Songs. Eingängige Melodie, toll gespielt und mit nettem Refrain versehen.

In bester Savior Machine-Machart tönt „The Wind“ aus den Boxen. Überwiegend tiefer Gesang, düstere Mellotronklänge, die auch ein wenig an Uriah Heep erinnern, und packende Gitarrenläufe sorgen für richtig gute Stimmung.

Doch leider wird das zuweilen sehr hohe Niveau nicht auf Albumlänge durchgehalten. So kann man sich die ersten drei Titel getrost schenken. Die richtig guten Songs lauern mit „Black Sunlight“, „The Sermon“ und (ganz ganz stark) „Riders of Vultures“ erst am Ende des Albums. Vielleicht ein Grund, warum es bisher so viele EPs von Year of the Goat gibt, denn wenn man die schwachen Songs rausnehmen würde, hätte man wieder EP-Länge. Und dadurch eine viel höhere Qualitätsdichte. Aber auf Albumlänge können die Schweden (noch) nicht vollends überzeugen.


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