ZERO DOWN - No Limit to the Evil


Die Musik ist stark von Iron Maiden beeinflusst, der Gesang ähnelt in höheren Lagen etwas dem von Rob Halford und ansonsten typisch rauhen Metal-Shoutern. Somit wäre die Musik von Zero Down eigentlich schon beschrieben. Aber die Amis aus Seattle sind auf „No Limit to the Evil“ keineswegs nur als zweitklassige Plagiate unterwegs. Nein, man ist durchaus bemüht aus dem reichhaltigen Fundus der NWOBHM und 80er Jahre Metal die besten Zutaten herauszufiltern und somit stimmige Songs zu kreieren.

Zwar wirken die Refrains, wie beispielsweise schon im Opener „Return of the Godz“ arg naiv, aber die Instrumente braten schön fett und heavy, lediglich bei den Soli vermisst man dann doch das filigrane Spiel und den Ideenreichtum der oben genannten Bands.

Dem Gesang von Mark Hawkinson wird schön mit Hall unterlegt, um noch powervoller rüberzukommen. Die Stimme ist wirklich ein Ausrufezeichen von Zero Down. Ein Metal-Shouter, wie man es sich vorstellt. Nachzuhören im Titelsong, der mit einer ordentlichen Accept Kante daherkommt.  

Accept-ähnliche Chöre werden immer mal wieder benutzt („Devils Thorn“), auch dreckiger, Motörhead-lastiger kann man („Cold Winters Night“). Man zieht also viele Legenden durch den metallischen Kakao, das Süppchen, das man hierbei kocht, ist aber durchaus schmackhaft und wirkt nicht überwürzt. Was einem einmal geschmeckt hat, schmeckt einem meistens ja auch weiterhin.  

Eine Prise „Denim and Leather“ gefällig ? Bitte sehr...“Leche di Tigre“. Kommt mit ähnlich stampfendem Rhythmus daher, schielt mit kleinem Augenzwinkern aber auch in Arena-Metal der Marke Van Halen.  

Die Songs sind größtenteils im Midtempo-Bereich angesiedelt, man geht aber durchaus auch mal schneller an die Sache ran („Phantom Host“), wie es ja auch Judas Priest immer wieder gerne getan haben und noch heute tun.  

Der ein oder andere Langweiler hat sich schließlich dann doch mit eingeschlichen, wie das belanglose „Suicide Girl“, das ohne echten Höhepunkt dahinplätschert. Auch „Two Ton Hammer“ kann trotz guter Ansätze (Hair Metal Backgesang !) und Motörhead Gitarre nicht wirklich überzeugen.  

Cool dagegegen die Hommage an den Schauspieler „Steve McQueen“. Ein echter Accept-Kracher, der auch auf deren Klassiker Alben eine recht gute Figur gemacht hätte. Kann man dann schon mal als Klon bezeichnen. Macht aber natürlich tierisch Spaß.

„Black Rhino“ ist dann zum Abschluß nochmal ein Schwergewicht in Sachen Riffs und galoppierender Gitarrenläufe.  

Zero Down vermischen auf ihrem vierten Album wie erwähnt viele Elemente bekannter Heavy Metal Acts zu eigenene Songs. Was manchmal arg geklaut wirkt, kommt auf der anderen Seite aber wieder homogen und hörenswert heraus. Man kann sich durchaus vehement in den glorreichen Achtzigern bedienen, denn aussterben wird dieser Sound wohl (hoffentlich) nie. Bis auf 2-3 Füllersongs kann man mit dem Material auch durchweg überzeugen und musikalisch, sowie im Gesangsbereich ist alles grün. Hierzu passt auch das stimmige Ed Repka Artwork – immer ein Hingucker wert. Auch in der zweiten und dritten Liga wird interessant gespielt, es muß ja nicht immer die Champions-League sein... 


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